US-Außenminister John Kerry hat sich bei einem Treffen mit zwei Dutzend Vertretern verschiedener syrischer humanitärer Organisationen sowie Diplomaten von drei oder vier Ländern am Rande der UN-Generalversammlung beklagt, dass die Russen ihn in der Syrien-Frage „ausgetrickst“ hätten, wie The New York Times berichtet.

 

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Die Zeitung beruft sich auf eine 40 Minuten lange Audioaufnahme, die während des Treffens gemacht wurde, das am 22. September stattfand, also wenige Tage nach dem Ablauf der Frist der Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen und der syrischen Opposition.

 

Kerry soll sich mehrmals beklagt haben, dass seine Position in der syrischen Frage „nicht durch eine ernsthafte Androhung der Anwendung von Gewalt gestützt wurde“.

 

Seine Enttäuschung und Unstimmigkeit mit dem Weißen Haus ist praktisch kein Geheimnis mehr, doch beklagt sich Kerry auf der Audioaufnahme ganz offen darüber, dass die Russen ihn ausgetrickst hätten, und äußert seine Unzufriedenheit mit Obamas Entscheidungen. Kerry erklärt zudem, dass der Kongress niemals auf eine Gewaltanwendung eingehen werde, schreibt NYT. „Wir versuchen diplomatisch zu verhandeln, und das ist ärgerlich. Niemand ist dermaßen enttäuscht, wie wir“, zitiert die Zeitung Kerry.

Nicht weniger schockierend ist laut der Zeitung die Erklärung des US-Außenministers, dass der derzeitige syrische Staatschef Baschar Assad an den Präsidentschaftswahlen teilnehmen solle, da die offizielle Position Obamas nach wie vor ein derartiges Scenario ausschließt. Das Weiße Haus besteht auf Assads Rücktritt.

 

Kerry soll des Weiteren zugegeben haben, dass die USA eigentlich keine Rechtsgrundlage haben, die Regierungstruppen von Baschar Assad anzugreifen, während die russische Luftwaffe dort auf Einladung der offiziellen Regierung des Landes agiert.

Bei den Teilnehmern des damaligen Treffens soll eine gedrückte Stimmung geherrscht haben, so die Zeitung. Sie sollen begriffen haben, dass man mit keiner weiteren Hilfe vom Weißen Haus mehr rechnen dürfe. Der Sprecher des Außenministeriums John Kirby weigerte sich, dieses Treffen gegenüber der Zeitung zu kommentieren. Er erklärte, das Treffen soll privat gewesen sein. Auch auf Anfrage der Agentur Reuters wollte das US-Außenministerium keinen Kommentar in Bezug auf die Informationen von The New York Times abgeben.

Quelle: Sputniknews