Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will die Entwicklung eines „deutschen Islam“ fördern. Er sieht in der wachsenden Zahl von Muslimen in Deutschland eine Herausforderung für die „Aufgeschlossenheit der Mehrheitsgesellschaft“, wie er in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ schreibt.

 

1474413735

 

Die Herkunft vieler Flüchtlinge bedeute, „dass wir es zunehmend mit Menschen aus ganz anderen Kulturkreisen zu tun haben als bisher“. Nötig sei daher „ein robusteres Selbstverständnis von dem, was uns wichtig ist, wie wir leben wollen», so Schäuble.

 

„Nur dann wird uns und anderen klar, was wir durchsetzen wollen. Und zu diesem ‘Wir’ sollen möglichst viele gehören, gleich welcher Herkunft und welchen Glaubens“, so der Politiker.

 

Angesichts der Globalisierung müsse sich Deutschland „den Wanderungsbewegungen unsere Zeit stellen“, schreibt er. Das Land sei auf Zuwanderer angewiesen, deshalb sei es besonders wichtig, Migranten zu integrieren, damit sie zu „einem Teil und zu einer Stütze unserer Gesellschaft“ würden.

 

„Wir sind eine offene Gesellschaft. Aber die offene Gesellschaft muss sich ihren Gegnern stellen“, schreibt der Minister. „Wir werden unsere Ansprüche an Freiheit, Recht und Gleichheit durchsetzen.“ Dabei gehe es aber um Offenheit und nicht um Selbstaufgabe. „Es muss uns schon anzumerken sein, was wir meinen, wenn wir von ‘unserer Lebensweise’ sprechen.“