Es wird immer wieder in alternativen Medien betont, dass die islamistischen Terroristen von den USA und auch ihren Verbündeten unterstützt werden. Nachdem die bilateralen Gespräche zwischen Russland und den USA im Hinblick auf Syrien beendet wurde, stellt Russland abermals diesen Vorwurf in den Raum.

 

 

Wir erinnern uns an 2010/2011 als im Zuge des arabischen Frühlings auch in Syrien Proteste stattgefunden hatten. Diese kleinen regionalen Veranstaltungen zielten zunächst darauf ab, Kritik an der Assad-Regierung zu üben. Wie gesagt, es waren kleine Proteste, die nach und nach in einen Bürgerkrieg ausarteten, der nun zur jetzigen Siuation geführt hat, wo sich Russland und der Westen zumindest auf Proxy-Ebene gegenseitig bekriegen. Zunächst wollte der Westen 2013 in Syrien mit massiven Luftangriffen intervenieren, nachdem man als Grund angebliche Giftgas-Vorwürfe genannt hatte.

 

Diesen Vorwürfen glaubte man 2013 nicht überall auf der Welt und so hat vor alllem Russland aus Mangel an seriösen Beweisen einer internatioanlen Intervention nicht zugestimmt. Aber dennoch gingen immer wieder Attacken in Syrien vom Westen aus. Dabei ist neben den USA auch Frankreich stets bis heute eine treibende Kraft gewesen. Umsomehr verwundert es doch, dass man in den westlichen Leitmedien nach wie vor über Frankreichs Rolle in Syrien lieber schweigt und auf die Rolle Russlands und Amerikas fokussiert ist. Bekanntlicherweise in dieser Form: Das böse Russland, einerseits das nur Krankenhäuser in Aleppo bombadiert, die USA andererseits, die letztlich den Kampf gegen den Terror führen.

 

Die Tatsache, dass Russland die einzige fremde Macht ist, die auf Bitten Assads in Syrien interveniert, bleibt hierbei auch gerne außen vor gelassen. Außen vor gelassen bleibt auch die Tatsache, dass die islamistischen Kämpfer von Al-Nusra bis ISIS vom Westen unterstützt werden. Indirekt wurde sogar von Seiten der USA mit Terroranschlägen gegen Russland gedroht, was ebenfalls den Verdacht erhärtet, dass die USA den internationalen Terrorismus fördern, um ihre Ziele durchzusetzen.

 


 

Wenn man nicht gerade über Russland in der Form berichtet, dass ein Krankenhaus nach dem anderen bombadiert werde, ohne dies glaubhaft und wasserdicht zu belegen, so wirft die westliche Berichterstattung gerne vor, dass die Russische Armee in Syrien sogenannte „Freiheitskämpfer“ bombadiert. Gemeint sind jene Milizen von Al-Nusra-Front, die man zwar als Terrororganisation aus Deutscher Sicht irgendwie einstuft, aber dennoch gerne unkritisch als Kämpfer gegen das „Assad-Regime“ in der Berichterstattung aufgreift. Am Wochenende haben die Medien wieder einmal die Mär vom „bösen Russen“ als Hauptmeldung in vielen Kanälen aufgegriffen, wonach die Luftwaffe der russischen Streitkräfte wieder einmal ein Krankenhaus bombadiert haben soll. Man könnte fast schon meinen, dass Aleppo nur aus Krankenhäusern bestehe. Eine andere Version hatte indes die linke Tageszeitung „Junge Welt“ gebracht. Und auch der russische Lawrow warf den USA vor, die Al-Nusra-Front zu schonen, die man noch als Oppositionsarmee für den Regime-Change benötige.
 


 
Die Journalistin Karin Leukefeld schreibt unter anderem, dass die Kampfgruppe Ahar Al-Scham, eine islamistische Oppositionsgruppe der Islamischen Front, einen Raketenangriff auf die syrische Stadt Al-Hamah verübte, um die syrischen Streitkräfte zu schwächen. Ein entsprechendes Video wurde veröffentlicht. Weiter berichtet die Nahost-Expertin unter Berufung eines Arztes vor Ort, dass Islamisten hinter den Angriffen auf die Wohnviertel von Aleppo verantwortlich seien. Also in etwa das Gegenteil, was andere Leitmedien so in ihren Online-Auftritten berichtet haben. Anzumerken ist hier noch, dass sich die Jahabt Al-Nusra-Front in Jabhat Fateh al-Sham umbenannte und man angeblich keine Verbindungen mehr zum Al-Quaida-Netzwerk habe. Auch die Seite des Bundesnachrichtendienstes BND beschreibt diese Organisation mehr oder weniger als sogenannte Terrororganisation, die als wichtigste Miliz im Kampf gegen die Assad-Regierung gesehen wird. Aber der BND steht ja auch seit mehreren Wochen in der Kritik der westlichen Leitmedien. Zwar nicht in diesem Kontext direkt, wohl aber wurde der von Edward Snowden ausgelöste NSA-Skandal langsam aber deutlich in einen BND-Skandal umgedeutet, dessen Chronologie an dieser Stelle zu weit führen würde. Aber dennoch passt eine solche Einstufung der Al-Nusra-Front nicht in die Propaganda der westlichen Leitmedien.

 

 
Wenn man all diese Dinge gegenüberstellt, so ist es kaum verwunderlich, dass die bilateralen Gespräche zwischen Moskau und Washington eingestellt wurden. Der Sprecher des US-Außenministeriums Mark Toner fand die Vorwürfe Moskaus absurd und sieht derzeit keine gemeinsame Basis für eine Kooperation in Syrien. Aber hat solch eine Basis jemals bestanden? Jedenfalls ist Moskau nicht an einem Regime-Change in Syrien interessiert und es sei auch darauf hingewiesen, dass Russland den Kontakt zu syrischen Oppositionsgruppen suchte, insbesondere das Zentrum für Aussöhnung der zerstriitenen Lager in Syrien, das in Bullentins nahezu täglich über friedliche Bemühungen berichtet, die auf Twitter verlinkt werden.
 


 
Zum Abbruch der Gespräche zwischen Moskau und Russland sei hier noch ergänzend zu erwähnen, dass man auf multilateraler Ebene den Dialog aufrecht erhalten wolle. Was dies aber bedeutet, haben die Dringlichkeitssitzungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen gezeigt. Wechselseitige Anschuldigungen, die letztlich zu dieser Zuspitzung zwischen Russland und dem Westen geführt haben. Nachdem die USA vor gut einem Jahr ein Krankenhaus in Afghanistan bombadierten ist den westlichen Medien auch nichts besseres eingefallen, als solche Anschuldigungen gegen Russland wieder einmal zu bringen. Dies erfolgte, wie bereits gesagt und wie immer, ohne fundierte Beweise und Belege.

 

Von Christian Lehmann