Der Überfall auf den humanitären UN-Konvoi in Aleppo ist eine gründlich vorbereitete Inszenierung gewesen. Das geht aus einem Bericht unabhängiger Experten der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens hervor.

 

Die Experten haben eine Vergleichsanalyse von Fotos und Videos des Überfalls vorgenommen, die in Massenmedien zugänglich waren. Außerdem berücksichtigten sie das Video, das eine russische Drohne aufgenommen hatte, die den Konvoi begleitet hatte. Auf dem Video war „ein Fahrzeug mit einem Anhänger deutlich zu sehen, auf dem ein großkalibriger Minenwerfer zu sehen war“. Das Auto „bewegte sich unter Deckung des humanitären Konvois“.
 

 

„Urum al-Kubra liegt auf dem von der al-Nusra-Front kontrollierten Territorium. Mehr noch: Dieses Territorium ist als Gebiet mit einer hohen Konzentration von Kämpfern markiert. Wenn man Berichte vom 19. September analysiert, sieht man, dass die al-Nusra-Kämpfer im selben Ort und zur selben Zeit eine Großoffensive in Richtung Aleppo begannen, die von Artilleriewaffen, Panzern und Mehrfachraketensystemen unterstützt wurde“, heißt es in der Analyse.

 
Für die Version, der Angriff sei inszeniert worden, spricht den Experten zufolge der Umstand, dass das Fahrerhaus eines der Laster unberührt blieb, so dass es darauf keine Explosionsspuren gab, wobei die ganze Ladung verbrannte. Zudem gab es auf dem Asphalt keine Schäden von Bombenexplosionen.

 

Ferner verwiesen die Experten darauf, dass die Lage der Lastwagen auf der Straße anders gewesen sei als das für Luftangriffe typisch sei: Sie hätten durch die Explosionswelle umgekippt worden sein müssen. Außerdem hätte es bei einem Luftschlag auf den Hauswänden Spuren von Bombensplittern geben müssen. Tatsächlich aber seien nicht einmal die Reifen der Lastwagen geplatzt. Auch Kartons in den Wagenkästen seien liegen geblieben. Auf einigen von ihnen waren nur Spuren von kleinen Steinen zu sehen, die üblicherweise nach Explosionen von kleinen splitterfreien Sprengsätzen bleiben.
 
Merkwürdig fanden die Experten auch den Trichter nach dem vermeintlichen Bombenangriff: „Der zentrale Teil des Trichters zieht Objekte in sich hinein anstatt sie auszustoßen. Ist das etwa ein Schwarzes Loch?“

 

„Anhand dieser vorläufigen Analyse können wir feststellen, dass es sich um eine gut vorbereitete Angriffsinszenierung handelt“, wurde in dem Bericht unterstrichen.

 
Eine diplomatische Quelle aus dem Umfeld der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens verriet, dass der Bericht in einer Sitzung von Zielgruppen präsentiert und US-Vertretern zur Verfügung gestellt worden sei, „die sich diese Schlussfolgerungen nicht gefallen ließen“.

 

Der UN-Konvoi mit Hilfsgütern für die Einwohner der Provinzen Aleppo und Homs war einem Angriff ausgesetzt worden, bei dem 18 von insgesamt 31 Lastwagen vernichtet wurden. Der Zwischenfall ereignete sich bei Urum al-Kubra, nordwestlich der Stadt Aleppo. Die UNO informierte über zahlreiche Todesopfer.

 

Die USA warfen Russland vor, mit dem Angriff verbunden zu sein. Das russische Verteidigungsministerium erklärte im Gegenzug, russische und syrische Luftstreitkräfte hätten keine Schläge gegen den humanitären Konvoi versetzt, und teilte zugleich mit, dass es unter den UN-Lastwagen einen Pick-up der Terroristen gegeben habe und dass sich in der Gegend, durch die sich die Kolonne bewegte, eine US-amerikanische Angriffsdrohne Predator befunden habe. Die UNO konnte nicht beweisen, dass ihr Konvoi aus der Luft angegriffen worden war.
 
Im Weißen Haus erklärte man, für die Attacke sei Russland verantwortlich, selbst wenn das die syrischen Regierungstruppen getan haben.
 
Quelle: Sputniknews