Der Aufwand für die US-Militärstützpunkte im Ausland lohnt sich nicht und widerspricht den US-Interessen, wie der Autor des Magazins „Time“, John Glaser, schreibt. Deswegen nennt er sieben Gründe, warum die US-Stützpunkte weltweit geschlossen werden sollten.

 

MANAMA, BAHRAIN- DECEMBER 06: A Military guard patrols the deck of the USS Ponce where US Secretary of State Chuck Hagel was touring, on December 6, 2013 in Manama, Bahrain. Secretary Hagel is on a six-day trip to the middle east before returning to Washington. US Secretary of Defense Chuck Hagel toured the Ponce which was recently refitted and converted to a staging base for mine countermeasures helicopters and carries a laser weapons system. (Photo by Mark Wilson/Getty Images)

 
Erstens können die Militärstützpunkte Glaser zufolge nicht immer die Verbreitung von Atomwaffen verhindern. Diese Taktik habe sich zwar in Japan und Südkorea als erfolgreich gezeigt, habe jedoch die Nachbarländer wie beispielsweise Nordkorea zur Produktion von eigenen Atomwaffen provoziert, hieß es.

 

Die US-Stützpunkte könnten außerdem Ärger unter den Einheimischen auslösen, wie zum Beispiel auf Okinawa in Japan. Dort sei es im Juni dieses Jahres zu einer Massendemonstration gegen die Präsenz von US-Soldaten gekommen, an der 65.000 Menschen teilgenommen hätten.

 

Außerdem würden die Auslandsmilitärstützpunkte die USA kaum vor einem direkten Angriff schützen.

 

„Die Stationierung von 80.000 Soldaten in den 350 Objekten in Europa hat nichts mit der physischen Sicherheit der Amerikaner zu tun“, schreibt der Autor.

 

Dabei betont er, die USA seien ohnehin durch zwei Ozeane und ihr Atomwaffenarsenal gut geschützt.  Der Eindämmungseffekt, den die US-Militärstützpunkte leisten sollen, sei überschätzt. Diese Taktik könne sogar eine gegenteilige Wirkung haben. So habe die Nato-Osterweiterung Moskau alarmiert und die Stabilität in der Region eher beeinträchtigt, meint Glaser.

 

Fünftens könnte die US-Präsenz in einigen Ländern Washington zur Unterstützung von „Diktaturen“ in mehreren Ländern zwingen. Das sei beispielsweise in Bahrain der Fall, wo die Fünfte US-Flotte stationiert sei.

 

Die USA könnten außerdem in einen unnötigen Krieg hineingezogen werden. Sollte es zu einem Konflikt im Südchinesischen Meer kommen, werde Washington zu einem Eingreifen gezwungen sein, um seine Taiwan, Japan und den Philippinen gewährten Sicherheitsgarantien zu erfüllen.

 

Und schließlich seien die US-Stützpunkte bereits technisch veraltet. Derzeit könnten die Truppen dank den neuen Technologien schnell über eine große Entfernung verlegt werden. Somit könnte man sich eine Auslandspräsenz ersparen, hieß es.

 

„Wir sollten uns nicht weltweit militärisch einmischen, wenn es keine deutliche Gefahr für die Sicherheit der USA gibt“, so der Autor.

 

Quelle: TIME

Quelle auf Deutsch: Sputniknews