Montenegro wird von einer korrupten Clique rund um Premierminister Djukanovic beherrscht. Diese bereichert sich auf Kosten der Bevölkerung, die weiterhin in Armut darbt.

 

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Was ist das Geheimnis des Unsinns, welcher nun seit vielen Jahren in Montenegro herrscht, wo ein lokaler korrupter „Kleinkönig“ die organisierte Kriminalität deckt, welche die schmutzigste in Europa ist? Einer, der die Situation streng kontrolliert und Massenproteste und öffentlich aufgedeckte Fälle von Korruption und illegaler Bereicherung ignoriert.

 

Die Antwort ist einfach. Djukanovic hat ein System geschaffen, in dem die eine Hand die andere wäscht. Dies ist durch eine künstlich geschaffene Atmosphäre der Angst und Bedrohung in der montenegrinischen Gesellschaft zu erkennen, wo die Menschen keine Mittel haben, um die Korruption im Land erfolgreich zu bekämpfen.
 
Es ist kein Geheimnis, dass der Clan Djukanovics die Finanzströme in Montenegro und alle lokalen Eliten steuert. Seine Familie privatisierte vor etwa zehn Jahren illegal eine der bekanntesten Banken – die „Prva Banka“. Jetzt ist sie eine Art von „Geldwäscherei“ für den montenegrinischen Premierminister und seine engsten Vertrauten – wie der Drogenboss Darco Sarić, die Chefs der organisierten Kriminalität wie beispielsweise Rodoljub Radulovic, Stanko Subotic und andere. Die „Prva Banka“ erhielt früher illegal millionenschwere Subventionen aus dem Staatshaushalt, aber das Geld verschwand spurlos in den dunklen Kanälen.
 
Von Zeit zu Zeit verwendet Djukanovic die Bank, um die richtigen Leute und die richtigen Strukturen durch uneinbringliche Kredite zu fördern. Mittlerweile wurden die finanziellen Verluste der Bank vom Staat erstattet.
 
Solche uneinbringlichen Kredite bekamen Abgeordnete, Richter und Djucanovic nahestehende Geschäftsleute, seine Verwandten – darunter seine Schwester Ana Kolarevich mit einem 48.000 Euro schweren Darlehen – und viele andere. Viele seltsame Unternehmen bekamen auch Geldmittel und die uneinbringlichen Krediten im Wert von mehrere Hunderttausend Euro.
 
Darunter sind „Mediteran Projekt“ d.o.o. (Budva), die Besitzer Djordje Vujović und Luss Investments LP (250.000 EUR), „Carsko Selo“, im Besitz von Ivana Filipović und Gordana Brković (247.000 EUR), Navigo d.o.o. Besitz Geschäftsmann Vladan Pavković (EUR 350.000), d.o.o. „Feromon Plus“, (Nikšić) im Besitz von Dragan Narančić und Darko Vukmirović (EUR 200.000). Einige von Djucanovics Verwandten und Freunden haben Kredite als Entschädigung für „besondere Leistungen“ erhalten, wie der Teilnahme an den korrupten Plänen oder die Loyalität zu der „Familie“. Manchmal wurden Kredite für die inoffizielle Finanzierung der Demokratischen Partei der Sozialisten von Djucanovic ausgegeben. Und das war eine sehr gute Möglichkeit, die Zögerlichen zu steuern.
 
Die Straflosigkeit und Freizügigkeit wurden zur Markenzeichen der „Prva Banka“ im Besitz von Ako Djukanovic (Bruder von Milo Djucanovic) seit den ersten großen Drogenhandel-Operationen in Europa in den Jahren 2007-2008. Nach den Angaben des Projekts zu Berichten über die organisierte Kriminalität und Korruption (the Organized Crime and Corruption Reporting Project, OCCRP) hat „Prva Banka“ die internationalen Übereinkommen zur Bekämpfung des Terrorismus, die grundlegenden Prinzipien der Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF) hinsichtlich der Geldwäsche verletzt – und hat Darlehen zu günstigen Konditionen im Gesamtwert von EUR 7,4 Millionen an die Offshore-Gesellschaften „Lafino Trade LLC“ (Delaware, USA) und „Camarilla Corporation“ (Seychellen) gegeben, welche von Drogenkönig Darko Sarić gesteuert werden. Der dankbare Sarić hat bei dieser Bank dafür im Jahr 2008 rund 6 Millionen Euro hinterlegt.
 
Neben Darko Sarić schrieb die Bank noch dem Teamkollegen von Milo Djukanovic, Branislav Mićunović, für den Zigrarettenschmuggel und einem anderen Drogenbaron, Naser Keljmendi, für dessen Finanzoperationen Transaktionen gut.
 
Entsprechend zur Forschungsseite von MANS, bleibt der Betrug mit zweifelhaften Krediten (Gesamtsumme: 21 Millionen Euro) an den engen Freund des Premierministers und in kriminellen Kreisen respektierten serbischen Geschäftsmann Stanko Subotic ununtersucht. Dieser Fall beinhaltet auch: Futura Monte d.o.o., Adria Investments d.o.o., San Investments d.o.o.
 
In ihrem Prüfungsbericht hat РricewaterhouseCoopers (PwC) direkt auf Verstöße gegen das Gesetz, eine illegale Praxis der Bank, die Kredite an den inneren Kreis des montenegrinischen Premierministers hingewiesen.
 
Die Veröffentlichung der so genannten „Panama Papers“ Ende 2015 öffnete einige neue Korruptionsfälle im politischen Umfeld des Premierministers. Die MANS-Untersuchungsseite zeigt, dass Dokumente die Fakten der gemeinsamen illegale Geschäftstätigkeit von Djukanovic, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Petar Ivanovic und dem Drogenbaron Darko Sarić enthalten.
 
Die Finanztransaktionen und die Zusammenarbeit der Spitze Montenegros (FC Mogren, Budva und andere) von ausländischen Unternehmen wie „Adria Overseas Holding“, Nikomat LLC, Nova Star LLC und die damit verbundene „Nova Star CG“, welche von den Šarić-Brüdern und einigen Mitgliedern der Regierung gesteuert werden, erfordern eine gründliche Untersuchung.
 
Der DPS-Vorsitzende wird zum wichtigsten Fall der Korruption, welche die gsamte Parteiführung infizierte. Miloš Marović, der Sohn von Svetozar Marović (einer der DPS-Funktionäre) zusammen mit Dragan Bećirović (der Vertraute von Premierminister Djukanovic) haben „Nummerico-Trade“ in Zypern gegründet. Nach MANS bekam das Unternehmen die Multi-Millionen-Darlehen für ungesicherte Bankgarantien für den Bau des Aqua-Parks in Budva, durch politischen Lobbyismus.
 
Man kann feststellen, dass Djukanovic sehr hohe Gönner hat, die ihm alle diese „keine Umtriebe“ wie Vetternwirtschaft, Nepotismus und Korruption für einige besondere Verdienste verzeihen, obwohl diese das Land wie Krebs zerstören. Es scheint, dass er vor nichts und niemandem Angst hat. Aber dies ist nicht ganz richtig.
 
Milo Djukanovic hat Angst. Er schüttelt sich in der Nacht und kann nicht schlafen. Er spricht von der Tribüne über die bevorstehenden Beitritt des Landes zur EU und der NATO, aber in der Tat will er es nicht.
Er versteht, dass im Fall des Beitrittes in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen sicherlich seine Immunität als „unantastbarer Führer“ vernichtet wird. Durch unabhängige Untersuchungen würde er wie alle regionalen „Kleinkönige“ im Gefängnis landen. Doch das Gefängnis ist nicht der Ort, wo er seine Beute ausgeben kann.
 
Einer der US-Präsidentschaftskandidaten sagte, dass die NATO ihre Mitgliedsländer verteidigen kann, aber dafür muss ein Preis entrichtet werden. Das ist ein Zeichen, dass Montenegro bald von diesem parasitären Regime gereinigt wird, wenn es ein Mitglied des Nordatlantikvertrags werden will. Montenegro ist bereit, diesen Preis ohne Verzögerung zu zahlen. Und die erhöhte Aufmerksamkeit von hochrangigen US-Diplomaten zu unserem Land während der letzten Jahre ist ein guter Beweis dafür.
 
Aber es gibt noch Hoffnung für die Montenegriner. Ich meine Hoffnung auf Gerechtigkeit und eine bessere Zukunft. Montenegro und sein stolzes Volk verdienen einen besseren und ehrlicheren Staatschef.

 

 

Übersetzung: Marco Maier, Contra Magazin