Das russische Verteidigungsministerium weist die Anschuldigungen des britischen Außenministers Boris Johnson über eine Verwicklung Moskaus in den Beschuss eines UN-Hilfskonvois in Aleppo zurück und verlangt nun Beweise, wie der Pressesprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, sagte.

 

Diese „Hysterie der Russophobie“ im britischen Establishment dürfte Konaschenkow zufolge schon lang niemanden mehr verwundern. Johnsons Aussagen seien, so der Verteidigungsamt-Sprecher, nur „ein Sturm im trüben Londoner Wasserglas“.

 

Nach seit dem 20. September immer wieder aufkommenden Anschuldigungen, stellte sich nun Johnson im Rampenlicht, der fast einen Monat nach dem Vorfall aufgrund irgendwelcher „frei zugänglicher“ Satellitenaufnahmen die Schuld Russlands erkannt haben will.

 

„Herr Johnson, geben Sie doch bitte diese ‚frei zugänglichen’ Bilder wirklich frei und zeigen Sie sie auch noch anderen“, richtete sich Konaschenkow an Johnson.

 

Am Dienstag hatte Boris Johnson bei einer Rede im britischen Parlament einer Schuld Moskaus an dem Angriff auf UN-Hilfskonvoi in der syrischen Provinz Aleppo als eine Tatsache dargestellt. Dabei berief sich Johnson auf angeblich frei zugängliche Aufnahmen vom Angriffsort, die davon zeugten, dass die Attacke in der Nacht erfolgte. Daraus könne man, so meint der britische Außenamtschef, schließen, dass ausgerechnet die russischen Luftstreitkräfte an dem Bombardement beteiligt waren, da die Flugzeuge der syrischen Armee keine Einsätze in der Nacht durchführen könnten.

 

Bei dem Angriff am 19. September kamen etwa 20 zivile Mitarbeiter der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften sowie ein Mitglied der UN-Mission ums Leben. Der Konvoi bestand aus 31 Lastwagen und wurde zum Zeitpunkt des Angriffs in Aleppo entladen. Nach der Attacke wurden die Hilfslieferungen vorerst eingestellt.

 

Washington hatte nach dem Vorfall erklärt, dass der Angriff entweder von den russischen oder den syrischen Streitkräften ausgeführt worden war, und Moskau „auf jeden Fall“ für die Attacke verantwortlich gemacht. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben weder die russischen noch die syrischen Luftstreitkräfte Angriffe gegen den UN-Hilfskonvoi in Aleppo geflogen.

 

Quelle: Sputnik