Die Obama-Regierung überdenkt die eigene Syrien-Politik – eine militärische Konfrontation mit Russland gilt als unwahrscheinlich. Neue Sanktionen sind zwar eine Option, doch will diese die EU nicht mittragen, wie die britische Zeitung „The Guardian“ unter Berufung auf Diplomaten berichtet.

 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und der US-amerikanische Außenamtschef John Kerry kommen am 15. Oktober in Lausanne zu Gesprächen zusammen. Ihre Amtskollegen aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei werden ebenfalls den Verhandlungen beiwohnen, schreibt die Zeitung.

 

Indes würden Beobachter nicht viel von den Verhandlungen erwarten: Die Minister würden höchstens eine humanitäre Pause von zwei, drei Tagen aushandeln, um der Zivilbevölkerung in Ost-Aleppo helfen zu können, schreibt „The Guardian“. Eine militärische Lösung des Syrien-Konflikts würden die USA als Option höchstwahrscheinlich verwerfen – wegen der Gefahr einer Konfrontation mit Russland.

 

„Den Ausgang der Konfrontation zwischen dem Assad-Regime und der bewaffneten Opposition betrachten die USA nicht als eine direkte Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit“, heißt es laut „The Guardian“ in den Diplomaten-Kreisen. „Die bevorstehenden Offensiven gegen IS-Stellungen im irakischen Mosul und im syrischen Rakka sind derzeit wichtiger als humanitäre Unterstützung und politischer Übergang in Syrien.“

 

Sehr wahrscheinlich werde die neue Syrien-Politik der USA auf die Verhängung neuer Sanktionen gegen einzelne Personen hinauslaufen, mutmaßt das Blatt. Die EU werde diese jedoch nicht mittragen.

 

„Neue Sanktionen? Ich sehe darin kein Interesse der EU“, sagte laut der Zeitung ein EU-Diplomat.

 

Die Europäische Union werde im Dezember über das weitere Schicksal der Anti-Russland-Sanktionen entscheiden, die wegen der Ukraine-Krise gegen das Land verhängt wurden. Eine Verlängerung sei fraglich – wegen der Nachteile, die einzelne Bereiche der EU-Wirtschaft durch russische Gegensanktionen erleiden, schreibt „The Guardian“.

 

Quelle: Sputnik