Die heutigen Spannungen zwischen Russland und den USA sind aus Sicht des russischen UN-Botschafters Vitali Tschurkin die schlimmsten seit dem Nahost-Krieg 1973.

 

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„Die allgemeine Lage ist zurzeit, glaube ich, ziemlich schlimm, vielleicht die schlimmste seit 1973“, so der Diplomat gegenüber der Agentur AP.

 

Es sei eine ganze „Kette von Ereignissen“ gewesen, welche die Beziehungen zwischen Moskau und Washington auf den heutigen Tiefpunkt gebracht hätten. „Es ist eine Art grundsätzliches Fehlen von Achtung und gründlicher Diskussionen von politischen Fragen“, so Tschurkin.

 

Der Diplomat wies diesbezüglich auf die Entscheidung der USA und der Nato hin, ihre Sicherheit „auf Kosten Russlands“ aufzubauen, indem sie osteuropäische Länder in die Allianz aufgenommen hätten. Eine der größten Provokationen sei der Nato-Gipfel 2008 gewesen, bei dem beschlossen wurde, Georgien und die Ukraine in die Nato aufzunehmen. Doch der Wendepunkt war dem Botschafter zufolge der Staatsstreich in der Ukraine und der darauf folgende Konflikt im Donbass.

 

Zugleich verwies Tschurkin aber auf positive Aspekte im russisch-amerikanischen Verhältnis, wie Resolutionen im UN-Sicherheitsrat, auch zum Thema Syrien, die sowohl von Moskau als auch von Washington unterstützt wurden, oder das Atom-Abkommen mit dem Iran. Die Seiten arbeiten „trotz ernsthafter Differenzen“ weiter zusammen, und manchmal auch „ziemlich erfolgreich“, so der Botschafter.

 

Das Verhältnis zwischen Russland und den USA hat sich im letzten Monat weiter verschlechtert, nachdem die Waffenruhe in Syrien gescheitert war. Zudem warf Washington Russland vor, sich in den US-Wahlkampf einzumischen. Trotz der lädierten Beziehungen traf sich am Samstag der russische Außenminister Sergej Lawrow mit seinem US-Amtskollegen John Kerry in der Schweizer Stadt Lausanne, um die mögliche Wiederherstellung der Feuerpause in Syrien zu erörtern.

 

Quelle: Sputniknews