Die Parlamentswahlen am Sonntag waren für die Regierungsmitglieder ein Fiasko gewesen, Es war so groß, dass die sozialen Kanäle erstmal lange über das Wahlergebnis geschwiegen haben, das man als Niederlage für das prowestliche Lager dort werten kann.

 

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Auch wenn es eine Schlappe für den westlichen Kurs insgesamt gewesen ist, so kritisiert die Opposition nach wie vor den Ablauf der Wahlen dort.

 

«Das Schema dieser Wahl war einfach: Die Fälschung der Abstimmung, falschen Exit-polls, die durch wenig bekannte NGOs produziert wurden, welche keinerlei Bezug zur Soziologie haben, und die hastige Erklärung von Milos über sein Sieg. Nun wird jetzt der Westen ihn offen unterstützen, die Ehrlichkeit der Wahlen werden europäischen Beobachter bestätigen», kommte ein Interview-Partner von News Front.

 

Djuankovic gibt derweil nicht auf und versucht die Bosniaken auf seine Seite zu ziehen, um somit weiter den pro-westlichen Kurs voranzutreiben. Wie Contra Magazin gestern berichtete zeigt er sich dabei ziemlich siegessicher. Bei den Kommunalwahlen verlor die Partei DPS von Dujankovic gleich mehrere Städte, darunter auch Budva, Kotor, Gans und Adreewci, berichtet das Portal News Front. In zwei Städten Montenegros werden die Sozialisten von Djuankovic weiter die Geschicke leitenm allerdings ohne eine Mehrheit. Insgesamt haben die Oppositionsparteien in Budva 18 Sitze von insgesamt 33 Sitzen erhalten. In der Stadt Kotor gewannen die Sozialisten der DPS mit 12 Stimmen zwar den höchsten Stimmenanteil für sich, eine recht kleine Mehrheit bei ebenfalls insgesamt 33 Sitzen.

 

Bei den Parlamentswahlen erreichte Djuankovics DPS 35 von insgesamt 81 Sitzen im Parlament. Die Opposistionsparteien erreichten allerdings 41 Mandate. Insoweit wird es nun ein Kampf um die Parteien der nationalen Minderheiten entscheiden, ob ein Regierungswechsel staatfinden wird. Der amtierende Ministerpräsident werden zahlreiche Wirtschaftsdelikte in kritischen Medien nachgesagt. Er steht für einen pro-westlichen Kurs Montenegros und mit ihm würde das kleine Land mit seiner 10.000 Mann Armee jüngstes NATO-Mitglied werden. Entsprechende Abstimmungen seitens der NATO fanden bereits im Mai statt. Russland und Serbien hingegen fordern ein Referendum für Montenegro, wie es auch in anderen Ländern abgelaufen ist.

 

Allerdings wird die Richtigkeit von Wahlen immer mehr angezweifelt. Das Referendum vor 10 Jahren, als sich Montenegro für eine Abspaltung von Serbien entschied, wird von verschiedenen kritischen Stimmen ebenfalls immer wieder angezweifelt. Auch die Störungen seitens der Regierungen und die Bestechungen in Wahllokalen vor Ort sprechen nicht gerade die Sprache des Volkeswillen. Über Korruptionsvorwürfe zu schreiben ist nun auch den westlichen Leitmedien eingefallen. Natürlich sind wieder der Moskauer Kreml und Belgrad Schuld daran, dass die Wahlen nicht zu ihren Gunsten ausgegangen sind.