Rund 3.000 Bewohner der serbischen Ortschaft Banstol werden schon im Jahr 2017 eine Kirche bewundern können, die offiziell den Namen von Maria Magdalena haben und inoffiziell zu Ehren des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, gebaut wird, wie Sputnik unter Berufung auf die lokale Medien berichtet hat.

 

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Zuerst war der Bau einer Holzkirche zum Andenken an die Opfer der Operation „Sturm“ in der Republik Serbische Krajina geplant.  Der Bischof Vasilije von Srem hatte jedoch Spendenmittel für eine größere Kirche auftreiben können.

 

Wie der Ortsbewohner und Mitglied des Bauausschusses Branko Simonovic gegenüber örtlichen Medien sagte, wird die Kirche wie die Russisch-orthodoxe St.-Nikolaus-Kirche in Sofia aussehen und eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern haben.

Die auf den ersten Blick merkwürdige Entscheidung, in Srem eine Kirche im russischen Stil zu bauen, hat ihm zufolge einen historischen Hintergrund: Nach der Großen Oktoberrevolution 1917  waren viele bekannte Russen in die Stadt Sremski Karlovci emigriert.  Dort hatte sich auch der Sitz der Russisch-orthodoxen Kirche im Ausland befunden.

 

Simonovic brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dass „Putins Kirche“ zur Entwicklung der Ortschaft Banstol, die lange Zeit verwahrlost war, beitragen wird.

„Putin ist ja eine Weltmarke. Ich sehe keine Hindernisse dafür, dass bei uns etwas, was ihm gewidmet sein wird, entsteht. Letzen Endes könnte dies eine Art Geschenk an ihn sein“, fügte Simonovic hinzu.

 

Obwohl die für den Bau der Kirche gesammelten Mittel noch nicht reichen, hoffen die Ortsbewohner und der Episkopat von Srem auf die Hilfe von Mäzenen.

Die Operation Oluja („Sturm“) war eine militärische Großoffensive, bei der die kroatische Armee und Polizeieinheiten im Sommer 1995 innerhalb von 84 Stunden den Hauptteil der 1991 entstandenen Republika Srpska Krajina eroberten, die zuvor rund ein Drittel Kroatiens kontrolliert hatte.