WikiLeaks ist zweifelsohne nie ein unumstrittenes Portal gewesen, aber seit den jüngsten Veröffentlichungen steht das Portal massiv unter Druck. Es geht nicht darum, dass die Medien auf einmal den Datenschutz für sich entdeckt haben, sondern vielmehr darum, dass die Enthüllungen einen erheblichen Einfluss auf den Wahlkampf in den USA haben — und diesen möglicherweise auch mitentscheiden werden.

Vor etwa sechs Jahren wurde die Whistleblower-Plattform von der westlichen Presse positiv aufgegriffen und die mitunter auflagenstärksten Portale wie «The Guardian», «Die New York Times» oder der deutsche «Spiegel» waren bereit mit der Plattform zu kooperieren. Der schnelle Ruhm der Plattform und um den Mitbegründer Julian Assange ebbte aber schnell ab, nachdem die Plattform auch mit freien und unabhängigen Journalisten arbeiten wollte oder anders gesagt, man wollte auch diesen Leuten Informationen geben und somit die Möglichkeit schaffen, dass auch sie mit dem brisanten Material arbeiten können.

Zweifelsohne bescherte das Video «Collateral Murder» und die Story um Chelsea Manning nicht gerade schlechte Verkaufszahlen, nachdem man man über Kriegsverbrechen der USA im Irak berichtete. Irgendwann ebbte der Hype um Julian Assange bei den Mainstream-Journalisten ab und er wurde in Schweden wegen Vergewaltigung (bislang basiert alles nur auf Falschbehauptungen) angeklagt, weswegen er sich schon über fünf Jahre in der US-Botschaft versteckte. Auch in den Jahren 2011 musste sich Assange viele Vorwürfe gefallen lassen, die heute wieder Gegenstand in der Berichterstattung sind.

Es geht nicht um die Anschuldigungen aus Schweden, sondern um Vorwürfe die sehr schwer wiegen: Antisemitismus, Verschwörungstheoretiker, Perverser — halt alles was man jemanden um die Ohren haut, wenn man ihn mundtot machen will. Stumm machte man ihn unter anderem auch in virtueller Hinsicht, nachdem man auf Bitten von US-Außenminister John Kerry mal prompt den Internetanschluss des Journalisten lahmlegte. News Front berichtete bereits über diesen Vorfall in dieser Woche. Nun werden auch Vorwürfe in Sachen Geheimdienstverstrickung mit Russlands Diensten und das heuchlerische Lied vom Datenschutz wieder laut. Dachten die Medien etwa an den sogenannten Datenschutz, nachdem man Dokumente der Anwaltskanzlei Mossack und Fonseca aus Panama leakte? Auch die Panama-Papers hätten nach gewöhnlichen rechtlichen Standards nicht ohne weiteres veröffentlicht werden, weil auch das vertrauliche Wort zwischen Rechtsanwalt und Mandant geschützt wird — und das fast überall. Dennoch wurde das Internationale Konsortium für investigativen Journalismus (ICIJ) von fast allen westlichen Leitmedien hoch gelobt. Letztlich wurden die Dokumente damals nur dazu benutzt, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu diskreditieren. Das wusste auch der Kreml und deren Pressesprecher Dmitri Peskow warnte bereits eine Woche zuvor, dass ein medialer Angriff gegen Russlands Präsidenten bevorstehe. Ob bei den Panama-Papers auch nicht US-Dienste ihre Hand drüber hatten? Bei WikiLeaks werden die Gerüchte über Verbindungen zur russischen Regierung jedenfalls sehr heiß gekocht — allerdings immer ohne Beweise. Sind etwa die westlichen Leitmedien nun Verschwörungstheoretiker? Jedenfalls verwenden die Medien diesen Begriff immer wieder gerne dann, wenn man diese bezichtigt bei den westlichen Diensten auf der Liste zu stehen.

 

WikiLeaks weiss sich jedenfalls glaubhaft gegen diverse Anschuldigungen zu wehren und veröffentlicht weiter Emails, die aus dem Kreis von Hillary Clinton und ihren Beratern stammen. Man verspricht auch, dass man die Arbeit weiter fortsetze. Aber bislang befassen sich die Medien im Westen lieber mit den Beweggründen WikiLeaks´ , weshalb ausgerechnet vor dem US-Wahlkampf diese Email-Kampagne startet. Vielleicht haben auch die US-Bürger ein Recht darauf zu erfahren, mit welchen Mächten Hillary Clinton verstrickt ist. Vielleicht wollen sie niemanden wählen, der seit Jahren den internationalen Terrorismus unterstützt.

Inzwischen ist sogar der letzte Teil der Serie PodestaMails veröffentlicht worden. Unter dieser Rubrik ist bereits der 13te Teil veröffentlicht worden. Zuvor wurden bereits zahlreiche E-Mails veröffentlicht, deren Veröffentlichung durchaus rechtlich relevant ist. Aber waren das auch nicht die Videos von «Collateral Murder» oder die Snowden-Enthüllungen gewesen?

 

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