Die Rolle der USA als Anführer der westlichen Koalition in Syrien ist bekannt. Bekannt ist auch die Tatsache, dass die Amerikaner oftmals Terroristen wiederbewaffnen und ihnen beim Rückzug helfen, wenn ihre Situation gegen Russlands Bomber ausweglos erscheint. Vergangene Woche kritisierte Frankreichs Präsident Hollande den russischen Präsidenten massiv, was angesichts folgender Tatsachen dann doch mehr Heuchelei ist als man denkt.

 

Berlin (clx) -Immer wieder beklagt die syrische Regierung die Interventionen Frankreichs über die in den westlichen Medien kaum berichtet wird. Obwohl auch Kritik gegen die US-Aktionen in Syrien nicht immer von der Presse weitestgehend positiv aufgegriffen wird, so liest man doch sehr selten die Rolle Frankreichs im Syrien-Krieg. Dabei sind die Franzosen schon viel länger in Syrien und im Nahen Osten als die USA selbst. Selbst wenn Russlands oder Syriens Streitkräfte offenkundig mal unschuldig sind, so versuchen die westlichen Leitmedien immer wieder durch zerbombte Krankenhäuser und Kinderbilder, die breite Rolle gegen Russland aufzubringen. Auch Frankreichs Präsident Francois Hollande kritisierte den russischen Präsidenten diese Woche in Berlin massiv und die Rolle Frankreichs im Syrien-Krieg scheint dann irgendwie in Ordnung.  Als Frankreich von Anschlägen im Juli heimgesucht wurde, flogen französische Kampfjets einige Einsätze mit verheerenden Ergebnissen, wie man beispielsweise am 20 Juli 2016 nachlesen kann. Zu dieser Zeit waren die westlichen Leitmedien überwiegend mit den Anschlägen in Deutschland und Frankreich beschäftigt.

 

Immerhin blieb Präsident Wladimir Putin besonnen, weil bekanntlich Frankreich seit Jahren gerne mit Anschuldigungen um sich wirft, um seine eigenen Einsätze zu rechtfertigen und den vermeintlichen Gegner schlecht zu reden. Im Jahre 2013 versuchte der Westen mit Giftgas-Anschuldigungen einen Einsatz in Syrien zu rechtfertigen. Zu dieser Zeit spielte der Islamische Staat kaum eine Rolle in Syrien. Damals war die Al-Nusra  wie heute zum Teil auch der führende Gegner von Syriens Präsident Assad und auch die FSA wurde als westlicher Verbündeter immer wieder in den Medien gelobt. Der angebliche Giftgas-Einsatz der syrischen Truppen erwies sich als Erfindung. Auch damals verlangte Präsident Putin beweise, bevor der UN-Sicherheitsrat mit einer westlichen Intervention einverstanden gewesen wäre.

Heute nachdem der IS in Syrien wütet, hat der Westen eine Rechtfertigung gefunden um Bomben in Syrien zu werfen. Aber nicht nur dort bombadieren Frankreich und die USA oftmals auf wehrlose. Auch in Libyen werfen die Franzosen ihre Bomben immer noch ab — wie vor vier Jahren. Die Rechtfertigung ist wie immer: Der islamistische Terrorismus und die Gefahr für Frankreich und den Westen. Dabei haben Frankreichs Bomben vor Jahren bereits das einstige Vorzeigeland Afrikas zu einem Scherbenhaufen bombardiert, so dass es heute auch ein Hinterland für ISIS und Al-Quaida geworden ist.

Stichwort ISIS: Anfang August enthüllte WikiLeaks unter anderem, dass der französischer Zementriese Lafarge auch für billiges Öl den Terrorismus von ISIS unterstützt hatte. Dies kam im Zuge der Clinton-Emails heraus, wo natürlich auch die US-Präsidentschaftskandidatin ihre Finger im Spiel hatte. Die westlichen Leitmedien haben WikiLeaks in diesem Falle massiv kritisiert. Die Vorwürfe sind bekannt und bedürfen an dieser Stelle keine nähere Ausführungen. Inzwischen scheint jedes Wort von Trump skandalträchtig zu sein, während das wohl gefährliche Verhalten und die Habgier der Demokratin Clinton kaum Erwähnung findet. Angeblich sei es ja alles «russische Propaganda» und deswegen werden bei WikiLeaks mehr Motive oder Vorlieben kritisiert und die Inhalte der Leaks spielen keine Rolle mehr — anscheinend…Im Übrigens wurden auf News Front immer wieder Beiträge über die Rolle Frankreichs im Syrien-Krieg geschrieben.

Deutschland ist im Syrien-Krieg ebenfalls beteiligt und leistet durch ihre Aufklärungsflüge massive Unterstützung für die Bombardierungen des Westens. Es drängt sich die Frage auf, warum Bundeskanzlerin Merkel nicht Frankreichs zweifelhafte Rolle im Syrien-Krieg diese Woche angesprochen hatte. Und wenn die Bundeswehr mit ihren Awacs in der Lage wäre Terrorziele aufzuklären, dann stellt sich folgende Frage: Warum werden diese Daten nicht an Russland übermittelt? Russland unterstützt den Westen bei der Aufklärung von Terrorzielen immer wieder. Ob in Europa oder im Nahen Osten, aber dennoch ist gerade der Ton Frankreichs gegenüber Russland mehr als nur ungerechtfertigt. In Frankreich herrscht aktuell der Ausnahmezustand, der im Zuge der Terroranschläge ständig verlängert wird. Man müsste sich nur mal Vorstellen, das Russland ähnliche Maßnahmen ergreifen würde. Dann würden die westlichen Politiker und ihre hörigen Medien noch lauter die Russische Föderation als «Diktatur» beschimpfen.  Insgesamt ist der Krieg in Syrien ein internationaler Krieg, weil die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Staaten kommen. Die Lage ist ziemlich kompliziert und die Nichtregierungsorganisationen des Westens beschäftigen weitaus stärker mit der angeblichen Rolle Russlands dort, wobei man sich dabei immer wieder fragwürdigen Quellen bedient.  Auch das Imperium USA wird hier kritisiert, was den anderen westlichen Staaten wie Frankreich, Großbritannien oder Belgien zugute kommt, da man deren Rolle medial marginalisiert.

 

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