Vor einer Woche sind die Parlamentswahlen in Montenegro durchgeführt worden, aber ein offizielles Ergebnis steht immer noch aus. Dennoch gratulieren EU-Parlamentarier zu den „freien und unabhängigen Wahlen“ und der Beitrittsprozess zur NATO schreitet ebenfalls voran. Zumindest waren das die offiziellen Verlautbarung des jungen Republik

In den letzten Hochrechnungen zur Wahl in Montenegro zeichnete sich eine Niederlage für das pro-westliche Lager von Djuankovic ab, der aber dennoch in der Nacht des Wahlabends sich siegreich zeigte und den pro-westlichen Prozess weiter befeuern werde. Auf dem offiziellen Twitter-Account des Staates Montenegro verkündet die Republik von Montenegro auch nur Fortschritte im Beitrittsprozess zur NATO. So freut man sich derweil, dass NATO-Mitglied Lettland den Ratifizierungsprozess Montengro seitens der lettischen Regierung nichts mehr im Wege stehe.

 

Die Wahl in Montenegro gilt als Stimmungsbarometer für den pro-westlichen Prozess, den die Regierung Djukanovic mit hohem Elan betreibt. Diese erwies sich den ersten Hochrechnungen zufolge als Ablehnung dieses Kurses. Auch in Kommunalwahlen zeichnete sich eine Niederlage Für das pro-westliche Parteienlager ab. Zuvor haben kritische und westliche Leitmedien verstärkt über die Korruptionsvorwürfe Djuankovics berichtet. Zuvor haben nicht-westliche Medien im letzten Jahr verstärkt über Proteste und Demonstrationen in den Städten berichtet, der sich ebenfalls gegen die NATO richtet. Wie gesagt, obwohl man seit einer Woche kein offizielles Endergebnis der Wahl erhalten hat, gratulieren bereits EU-Parlamentarier, die sich Freunde Montenegros nennen, zu den „freien und fairen Wahlen“ die im kleinen Balkanstaat stattgefunden haben sollen.

Die vergangenen 20 Jahren haben immer wieder gezeigt, dass die NATO der „Türöffner“ zur Europäischen Union ist. Deswegen haben Nichtregierungsorganisationen der NATO-Länder zusammen mit den EU-Staaten lange die pro-westliche Agenda befeuert, die mit hohem finanziellem und personellem Aufwand betrieben wurde. Die Hände will man sich aber nicht unbedingt schmutzig machen, weil man offiziellem diplomatischem Parkett nicht unbedingt mit den mafiösen Strukturen in Verbindung gebracht werden will.

In Europa gibt es wenig Sympathie für Milo Djukanovic. Frau Merkel ist ihm nie begegnet, und das ist kein Zufall. Sie wissen doch, wie wichtig Deutschland in Europa ist. In Frankreich findet man ihn auch nicht sehr schön, und niemand in Italien will ihm die Hand drücken. Wenn Djukanovic verliert, wird man in der EU zufrieden sein. Die Vereinigten Staaten werden aber unzufrieden“, sagte noch vor den Wahlen ein italienischer Journalist und ehemaliger Abgeordneter, Juliet Chiese.

Bereits vor der Wahl wurde Kritik deutlich und im Interview mit der Nachrichtenagentur NewsFront sagte der politische Analyst Dr. Dragan Vukadin, dass ihn vieles an die Abspaltung von Serbien im Jahre 2006 erinnere. Medial stand zu diesem Zeitpunkt die Fußballweltmeisterschaft 2006 im medialen Fokus. Serbien und Montenegro spielten noch in einem Team, während man sich von Serbien abspaltete. Auch hier wurde lange gemauert, bevor man offizell die Republik Montenegro erklärte. Serbien und Montenegro bildeten zuvor die Bundesrepublik Jugoslawien.

Heute wird in Montenegro ein antiserbischer Kurs geführt und durch den pro-westlichen Prozess entfernen sich beide Staaten immer mehr voneinander. In Serbien lehnt man von offizieller Seite bislang einen NATO- oder EU-Kurs ab. Hier zeichnet sich eine engere Kooperation mit der russischen Föderation ab. Aber auch hier versuchen NATO und EU auf informellem Parkett einen pro-westlichen Kurs in die offizielle Politik zu transferrieren. Bislang ohne deutlichen Erfolg. Offiziell will Serbiens Spitze mit der russischen Föderation stärer kooperieren.