Amnesty International (AI) hat das US-Verteidigungsministerium dazu aufgerufen, endlich die Angriffe der internationalen Koalition auf Zivilisten in Syrien auszuwerten, berichten Sputnik und Reuters mit Verweis auf die Webseite der Menschenrechtsorganisation. Die Organisation geht von insgesamt mindestens 300 Todesopfern der Luftschläge aus.

 

A U.S.-led coalition aircraft flying over Kobanii, as seen near the Mursitpinar border crossing on the Turkish-Syrian border in the southeastern town of Suruc in Sanliurfa province, October 18, 2014. REUTERS/Kai Pfaffenbach

 
Ende September hatte Amnesty International dem US-Verteidigungsministerium ein Memorandum vorgelegt, welches unter anderem die Bitte enthielt, Sinn und Folgen der Angriffe zu erklären, die die Koalition unter Führung des US-Zentralkommandos (CENTCOM) in Syrien fliegt. Das Pentagon habe bislang keine Antwort auf das Schreiben gegeben.

 
Zu dem Memorandum gehören AI zufolge Informationen verschiedener Quellen, auch Augenzeugenberichte, die glauben, dass das CENTCOM „nicht imstande ist, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung zu treffen“.

 

„Es ist höchste Zeit, dass die US-Behörden reinen Tisch über die Zahl der zivilen Opfer durch Luftschläge der Koalition in Syrien machen“, so AI-Direktorin Lynn Maalouf. „Wir befürchten, dass die USA den Schaden für die Zivilbevölkerung durch ihre Operation in Syrien gewaltig unterschätzen“.

 
Allein die Befreiungsoffensive auf Manbidsch konnte AI zufolge über 200 Todesopfer unter Zivilisten gefordert haben. Insgesamt belaufe sich die Zahl der während des zweijährigen Anti-IS-Einsatzes der Koalition getöteten Zivilisten auf etwa 300.