Die vor fünf Monaten vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigte ukrainische Soldatin Nadia Sawtschenko war heute zum ersten Mal in Moskau zu Besuch. Diesmal beobachte sie in Russland. Sie besuchte als Prozessbeobachterin einen Prozess gegen zwei ukrainische Journalisten, wie die Zeitung Kommersant berichtet. Auf diesen Besuch reagierte  ihr Präsident Pedro Poroschenko empfindlich.

 

Die ehemalige Kampfpilotin Sawtschenko ist nach ihrer Begnadigung nun als Abgeordnete in der Werschowna Rada, dem ukrainischen Parlament. Kiew reagierte auf dieses Verhalten mit Misstrauen. Laut Sputnik könne die Politikerin mit einem Verfahren wegen Hochverrates und Spionage rechnen. Der ukrainische Präsident hat die Reise nach Moskau nicht gebilligt und ist dementsprechend brüskiert. Es ging um ein Berufungsverfahren in einem Strafprozess gegen zwei ukrainische Nationalisten.

 

Sawtschenko wurde in Moskau zu einer Freiheitsstrafe von 22 Jahren wegen Mordes an zwei Journalisten verurteilt. Im Zuge eines Austausches mit inhaftierten Journalisten aus der Ukraine kam die Soldatin vorzeitig frei. Während des Umsturzes in der Ukraine 2014 schloss sich die Offizierin der ukrainischen Armee dem rechtsradikalen Aidar-Bataillon an. Heute betreibt die ausgebildete Kampfpilotin mit Julia Timoschenko Oppositionspolitik gegen die Regierung.

 

 

Aus Sicht von Nadja Sawtschenko ist ihr Besuch unproblematisch verlaufen. Weder mit dem FSB noch mit dem russischen Grenzbeamten habe sie Probleme gehabt. Sie verstehe nicht, weshalb ihre Rada-Kollegen Angst haben nach Moskau zu fahren, so die Rada-Abgeordnete über den Besuch in der russischen Hauptstadt.

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