Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat Kiew aufgerufen, mit der Heroisierung der Mörder von Juden aufzuhören. Damit kommentierte der Leiter des Zentrums, Efraim Zuroff, den Beschluss zur Eröffnung eines Denkmals für den ukrainischen Nationalistenführer Symon Petljura in Kiew.

„Wir sind äußerst darüber enttäuscht, dass in der Ukraine erneut des Mannes gedacht wird, der am Mord an den Juden beteiligt war. Kraft gewisser Umstände in der heutigen Ukraine schließt offensichtlich der Mord an Juden  einen Mann nicht von der Heroisierung aus. Dem muss ein Ende bereitet werden“, so Zuroff.

 

Die Errichtung des Denkmals für Petljura ist in einem am Mittwoch von der ukrainischen Regierung gebilligten Plan zu den Feierlichkeiten des 100. Jahrestages der „ukrainischen Revolution“ 1917 bis 1921 vorgesehen.

Während des Bürgerkrieges nach der Großen Oktoberrevolution 1917 wurde Petljura eines von fünf Mitgliedern der neuen Regierung und militärischer Oberbefehlshaber (Ataman), 1919 dann Regierungschef. Im Russischen Bürgerkrieg kämpfte er sowohl gegen die Bolschewiki als auch gegen Teile der russischen Konservativen („Weiße“), rivalisierende Ukrainer unter Pawlo Skoropadskyj oder Nestor Machno und gegen Polen. In seinem Herrschaftsbereich ereigneten sich Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung der Ukraine, wobei man von 35.000 bis 50.000 Toten ausgeht. Er führte zwar gesetzliche Strafen für Gewalt gegen jüdische Zivilisten ein, die Umsetzung dieser Gesetze wurde jedoch nur nachlässig durchgesetzt.

Quelle: Sputnik Deutschland

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