Die syrische Regierungsarmee hat eine Gegenoffensive begonnen, nachdem die Terroristen am vergangenen Freitag versucht hatten, in die östlichen Wohnviertel Aleppos vorzudringen. Dies schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

 

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Das Londoner Menschenrechtsobservatorium SOHR berichtete von Dutzenden Todesopfern bei den erbitterten Gefechten zwischen den Streitkräften von Präsident Baschar al-Assad und seinen Gegnern.

 

In den sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeugen davon, dass die Extremisten unter anderem Mehrfachraketenwerfer Grad sowie mit Sprengstoff gefüllte Fahrzeuge und Minenwerfer einsetzen.

 

Das Volksheer im Südwesten Aleppos beklagte sich zudem, dass die Terroristen Giftgas verwenden. Um welche Substanz es sich dabei genau handelt, ist allerdings unbekannt. Die Konfliktparteien hatten sich früher bereits mehrmals den Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen.
 
Nach SOHR-Angaben beteiligten sich an der Offensive im Westen Aleppos unter anderem die al-Nusra-Front und Ahrar asch-Scham.

 

„Wir sind entschlossen, die Blockade Aleppos zu durchbrechen“, zitierte die britische Zeitung „The Guardian“ eine Erklärung dieser Gruppierung:„Wir stehen vor dem Tor der Stadt.“

 

Die Situation hatte sich vor dem Hintergrund einer vor fast zwei Wochen von Russland verhängten so genannten humanitären Pause bei Aleppo angespannt. Das russische Verteidigungsministerium hatte sogar Präsident Wladimir Putin gebeten, die Fortsetzung der Luftangriffe anzuordnen.

 

„Da ständig friedliche Einwohner sterben und die Extremisten die intensiven Gefechte gegen die Regierungstruppen wiederaufgenommen haben, haben wir uns an den Obersten Befehlshaber mit der Bitte gewandt, die Wiederaufnahme der Luftschläge zu verfügen“, erklärte der Chef der operativen Hauptverwaltung im Generalstab, Generalleutnant Sergej Rudskoi.

 

Der Kremlchef lehnte diesen Antrag jedoch ab. „Der Präsident will die humanitäre Pause fortsetzen, damit Verletzte und Kämpfer diesen Raum verlassen können, und, was genauso wichtig ist, damit unsere amerikanischen Partner die Möglichkeit haben, ihr früheres Versprechen bzw. ihre Verpflichtung zur Trennung der so genannten gemäßigten Oppositionellen von den terroristischen Gruppierungen zu erfüllen“, erläuterte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

 

Assads Gegner hatten schon öfter versucht, die Blockade Aleppos zu durchbrechen, erinnerte die Beraterin des Direktors des Russischen Instituts für strategische Forschungen, Jelena Suponina.
 

„Die syrische Regierungsarmee braucht natürlich Deckung aus der Luft. Dass der Generalstab den Obersten Befehlshaber zu neuen Schlägen gegen die Stellungen der Kämpfer aufrief, war durchaus begründet.“

 
Alexej Malaschenko vom Moskauer Carnegie-Center hält Putins Weigerung, die Luftangriffe gegen Aleppo fortzusetzen, jedoch für logisch. „Die Militärs wollen gewinnen, und das ist verständlich.
 
Aber Putin nimmt Rücksicht darauf, dass es ein Bürgerkrieg ist, wobei ungewollte Angriffe gegen die friedliche Bevölkerung möglich sind, die aber schädlich für sein Ansehen wären. Putin handelt in politischer Richtung, und die Militärs sind nun einmal Militärs. Da gibt es schon objektive Widersprüche“, so der Experte.

 

Übersetzung: Sputniknews