Das US-Verteidigungsministerium teilte vor kurzem mit, dass seit 2014 bei US-Luftschlägen in Syrien und im Irak 119 friedliche Einwohner gestorben seien. Neil Sammonds von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International findet jedoch, dass das Pentagon die wahre Opferzahl drastisch gesenkt habe.

 

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© AP Photo/ Marko Drobnjakovic

 

In Wirklichkeit sind nach seiner Auffassung etwa 1000 Zivilisten ums Leben gekommen.

Wie Sammonds gegenüber dem Sender RT sagte, werden die Luftangriffe der von den USA angeführten Koalition, bei denen es Todesopfer unter den friedlichen Einwohner gibt, nicht ordnungsgemäß ermittelt.

 

„Syrische Menschenrechtsorganisationen verfügen über Informationen über den Tod von mindestens 650 Zivilisten bei Aktionen der USA und ihrer Verbündeten. Wir haben elf Episoden ausführlich analysiert, bei denen nach unserer Einschätzung etwa 300 Zivilisten getötet worden waren, und das allein in Syrien“, so Sammonds.

 

Die von den US-Militärs angeführten Zahlen machen „etwa fünf bis zehn Prozent von der wirklichen Totenzahl“ aus, so der Menschenrechtler. „Das Pentagon behauptet, die Aktivitäten der Koalitions-Luftwaffe analysiert und dabei keine Verstöße gegen das Völkerrecht gesehen zu haben, denn es seien alle möglichen Maßnahmen ergriffen worden, um Verluste unter der friedlichen Bevölkerung zu verhindern.“ Allerdings sei immer noch unklar, aus welchen Quellen das Pentagon diese Angaben bezogen habe, und deshalb können sie weder bestätigt noch dementiert werden.
 

„Wir rufen das US-Verteidigungsministerium auf, entsprechende Informationen zu veröffentlichen, denn vorerst können wir seine Erklärungen nicht bestätigen. Wir fürchten nach wie vor, dass das Vorgehen der Koalitions-Luftstreitkräfte im Irak und in Syrien zur Verletzung des internationalen humanitären Rechts geführt hat“, betonte Sammonds.

 

Zuvor war mitgeteilt worden, dass in Syrien und im Irak seit November 2015 nach Einschätzung des Pentagons 64 friedliche Einwohner ums Leben gekommen seien. Seit 2014 soll diese Zahl sich auf 114 belaufen. Dabei beteuerte ein Sprecher, dass die Arbeit an der Verhinderung zufälliger Opfer unter der zivilen Bevölkerung rund um die Uhr geführt werde.

Diese Angaben berücksichtigen jedoch nicht die Opfer der Koalitionsangriffe gegen das syrische Manbidsch (Provinz Aleppo) im Juli. Allein damals kamen Dutzende Menschen ums Leben.

 

Im Oktober hatte Amnesty International einen Bericht mit dem Aufruf zur Untersuchung der Luftschläge der von den USA angeführten Koalition in Syrien veröffentlicht, bei denen etwa 300 Zivilisten gestorben waren.
 
In Moskau verwies man öfter darauf, dass das Pentagon die Umstände der Luftschläge nicht aufklären will. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte dazu:
 

„Tödliche Schläge gegen friedliche Städte und Dörfer, die alle Merkmale von Kriegsverbrechen haben, werden für die internationale Koalition praktisch tägliche Routine.“

 
Quelle: Sputniknews

 

 

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