Russlands Streitkräfte sind laut Präsident Wladimir Putin „schlagkräftig, modern und hocheffizient“. Dem Kreml-Chef zufolge werden die begonnenen „Strukturreformen“ fortgesetzt, schreibt die «Nesawissimaja Gaseta» am Montag.

 

„Wir werden die Optimierung der zahlenmäßigen Stärke ohne Massenentlassungen fortsetzen“, versicherte Putin während seiner jüngsten Arbeitsreise nach Jaroslawl. Besonderes Augenmerk wird nach seinen Worten auf solche Bereiche wie Informatisierung, Entwicklung von technischen Aufklärungsmitteln und Kommunikationssystemen „und natürlich von modernen hochpräzisen und hochtechnologischen Waffen“ gerichtet.

 

Damit bestätigte das russische Staatsoberhaupt die Vermutungen der Expertengemeinschaft, dass die Kürzung der Rüstungsausgaben um fast ein Drittel in den kommenden drei Jahren keine negative Rolle in Bezug auf die qualitativen Eigenschaften der Streitkräfte spielen wird.

 

Aus der Analyse der öffentlich einsehbaren Erläuterungen zum Militäretat für die Jahre 2017 bis 2019 kann man schließen, dass in dieser Zeit nur der Atomwaffenkomplex stabil (auf dem Niveau von 2016 – für die Verteidigungszwecke wurden bereits 4,7 Prozent vom BIP ausgegeben) entwickelt wird. Dafür sollen jedes Jahr mehr als 45 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 630 Millionen Euro nach dem aktuellen Wechselkurs) ausgegeben werden, was etwa 0,05 Prozent vom BIP ausmacht. Faktisch bleiben nur die Ausgaben für die Mobilisierungsvorbereitung der Wirtschaft (etwa drei Milliarden Rubel jährlich) auf dem Niveau dieses Jahres.

In den kommenden drei Jahren werden anscheinend die Ausgaben für „wissenschaftliche Forschungen im Bereich der nationalen Verteidigung“ gekürzt. 2016 und 2017 werden sie von 432 Milliarden Rubel (0,5 Prozent vom BIP) auf 346,9 Milliarden (0,4 Prozent vom BIP) sinken. 2018 und 2019 werden sie 213,9 beziehungsweise 176,3 Milliarden Rubel betragen.

 

Aus einem Bericht des Zentrums für politische Informationen zum Thema „Verteidigung Russlands. Ergebnisse und Perspektiven“ geht hervor, dass „das Wachstum des Militärpotenzials Russlands sich möglicherweise verlangsamen wird“. Unter anderem halten die Experten die zuvor angekündigten Arbeitsfristen am Flugabwehrraketensystem S-500 für „zu optimistisch“ und zweifeln daran, dass bis 2020 alle U-Boote neuer Projekte gebaut werden. Noch glauben sie nicht, dass die Streitkräfte bis 2020 insgesamt 2300 Panzer T-14 „Armata“ bekommen werden. Ihnen zufolge ist das eher bis 2025 möglich.

 

Allerdings hoben die Autoren des Berichts hervor, dass die Arbeit an der Versorgung der Streitkräfte mit modernen Arten von Waffen und Militärtechnik erfolgreich weiter gehe. Zudem erwarten sie keine zahlenmäßige Kürzung der Streitkräfte in den nächsten drei Jahren.

Übersetzung: Sputniknews

 

 

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