Die Nato-Osterweiterung, besonders die Bereitschaft der Allianz, die Ukraine und Georgien aufzunehmen, war ein großer Fehler des Westens, dem die Ukraine-Krise und die Anspannung der russisch-amerikanischen Beziehungen folgte. Dies erklärte der Politologe John Mearsheimer von der Chicago University am Dienstag bei einer Sitzung des Waldai-Klubs, berichtet Sputnik.

Die aktuelle Krise in der Donbass-Region führte er auf Brüssels Erklärung zurück, die Ukraine dürfte mit dem Nato-Beitritt rechnen. „Russland würde so etwas nie zulassen, und aus seiner Sicht ist das durchaus gerechtfertigt“, so der Experte. „Ich weiß nicht, was die Amerikaner und Westeuropäer dachten, als sie die zusätzliche Nato-Erweiterung durch Georgien und die Ukraine für möglich hielten. Meines Erachtens war dies ein großer Fehler.“

Als die USA von der Nato-Erweiterung und dem Beitritt Georgiens und der Ukraine sprachen, taten sie das nicht, weil sie Russland eindämmen wollten, vermutet Mearsheimer weiter. „Sie dachten nicht, die Politik des russischen Präsidenten Wladimir Putin wäre aggressiv.“

„Vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise im Februar 2014 hatte im Westen niemand behauptet, Russland würde das Territorium der westlich von ihm liegenden Länder erobern. Niemand sprach von einer militärischen Invasion Russlands in die Ukraine oder die baltischen Länder“, so der Politologe weiter.

 

 

„Wer seinen Einfluss in den Ländern im postsowjetischen Raum und in Osteuropa stärken wollte, waren faktisch die USA und ihre europäischen Verbündeten. 1999 waren Polen, Ungarn und Tschechien der Nato beigetreten und 2004 die an Russland grenzenden baltischen Länder, Bulgarien und Rumänien. Auch die EU erweiterte sich gleichzeitig. Das bedeutet, dass nicht Russland eine Bewegung nach Westen begann, sondern der Westen anfing, sich in den Osten auszudehnen“, ergänzte Mearsheimer.

Quelle: Sputnik Deutschland

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