Wenn es um Aleppo geht, dann lassen die westlichen Medien nichts aus, um über die «unmenschlichen Aktionen» der Russischen und Syrischen Streitkräfte zu berichten. Aktuell befindet sich die US-Koalition im irakischen Mossul im Kampf gegen den islamischen Terrorismus. Über deren Opfer machen sich weder westliche Politiker noch ihre Medien Gedanken.

 

 

 

 

Es begann am 17. Oktober, als die Koaliton aus kurdischen Peschmerga-Truppen, sunnitische und shiitische Milizen und die irakische Armee in Richtung Mossul zur Schlacht gezogen sind. Flankiert wird die Operation von US-Luftstreitkräften, amerkanischen und britischen Spezialeinheiten, französische und britische Artillerie sowie militärische Berater aus den westlichen Ländern. Auch der BND soll einer Reportage aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen zufolge mit Agenten vor Ort die kurdische Peschmerga unterstützen, die Ausbildungshilfe und Einweisung in die Waffensysteme der Bundeswehr erhält.

 

 

Bereits vor der Operation haben Politiker, Journalisten, Organisationen eine Verschlimmerung der humanitären Situation vorhergesagt. Es war von vorneherein klar, dass der IS im Mossul die Stadt nicht verlassen werde und die Terroristen auch nicht davor zurückschrecken, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde nutzen werden. Das Pentagon, das auch die Operation koordiniert, wollte zunächst keine humanitären Korridore für Zivilisten erlauben. Das ganze erinnert an das Jahr 2004, als das US-Militär einen Angriff auf die irakische Stadt Falludscha plante, nachdem die Stadt von Militanten der Maqtada al-Sadr belagert wurde. Die Zivilisten erhielten eine Woche lang Zeit die Stadt zu verlassen, wobei es hier auch keine humanitären Korridore und Lager gab. Wer danach in der Stadt bliebt wurde als Terrorist oder Komplize gesehen, so dass tausende von Zivilisten Opfer des US-Angriffs wurden.

 

 

 

Nun erleben die Vorstädte von Mossul die ständigen Angriffe des US-Militärs und deren Ergebnis: Die Luftangriffe auf belebte Bezirke, Schulen, Moscheen und Wohnhäuser forderten das Leben von 1500 Zivilisten ein, wobei nicht alle Opfer durch die Jets der USA zu verantworten sind. Denn sowohl die westliche als auch die irakische Artillerie liegt hier daneben und treffen ebenso Zivilisten. Und die irakischen Regierungstruppen, westlichen Spezialeinheiten und Söldner schießen derzeit auf alles, was sich bewegt, wodurch Dutzende, wenn nicht sogar hunderte unschuldige Zivilisten getötet werden. Auch hier scheinen die Truppen in der Zivilbevölkerung Komplizen des IS zu sehen.

 

Inzwischen wurden sogar hunderte Einwohner aus der Stadt und den Dörfen von ISIS selbst hingerichtet oder ermordet. Die Gründe sind banal: Beispielsweise kann man für das Telefonieren mit einem Handy getötet werden, weil es der IS verbietet. Aktuell kann auch der umgekehrte Vorwurf, also die Unterstützung der US-Koalition oder auch der Versuch, die Stadt ohne Erlaubnis oder Zoll zu verlassen, einen Grund darstellen, getötet zu werden. Zudem ist eine gewaltige Flüchtlingskrise in der irakischen Region eskaliert.

 

 

 

Glaubt man den Berichten der Vereinten Nationen, dann sollen seit der Operation mehr als 50.000 Menschen aus der Stadt die Flucht ergriffen haben. Lediglich 12.000 Menschen konnte man die erforderliche Hilfe leisten. Inzwischen kam es alleine in der Region zu einer erhöhten Anzahl von Flüchtlingen, die bereits die 1 Million Marke längst überschritten hat. Vor der Operation flüchteten viele in die irakischen Provinzen Ninawa und Anbar, wo die Lager seit November bis zu 50 Prozent gefüllt waren. Derweil dürften sich kaum noch humanitäre Hilfsorganisationen in die Nähe der Kriegsregion trauen. Es kann sich niemand um die Einheimischen kümmern, denen es an Medizin, Wasser oder Lebensmitteln mangelt.

 

Die Menschen haben de facto keine Chance dem Krieg zu entkommen, höchstens nach Europa. Aber ob Europa dafür bereits ist? Eher lässt man die Mossul-Bewohner in der Stadt von westlichen Einheiten töteten und einfach Terroristen nennen.

 

 

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