Die Tatsache, dass der designierte US-Präsident Donald Trump der Nato keinen besonders hohen Stellenwert einräumt, bewertet Dr. Alexander Neu, der verteidigungspolitische Sprecher der Fraktion Die Linke, laut Sputnik positiv.

Die Linke sei dafür bekannt, dass sie eine Nato-ablehnende Position einnimmt. Insofern findet es Dr. Neu gar nicht mal so schlecht, wenn der künftige US-Präsident dem Verteidigungsbündnis auch keinen so hohen Stellenwert einräumt, wie das in der Vergangenheit seine Vorgänger getan hätten. Trump hatte im Wahlkampf die Nato-Beziehungen mehrfach infrage gestellt und geklagt, dass andere Mitglieder des Verteidigungsbündnisses nicht genug für den Schutz zahlten, den es biete.

Die US-Wahl sei tatsächlich die Wahl zwischen Pest und Cholera gewesen, so Dr. Neu. Was er allerdings nicht nachvollziehen könne sei, wie politische Klasse und Medien in Europa Trump stets abgelehnt hätten und Clinton als Wunschkandidatin bezeichnet hätten. In seinem Sputnik-Interivew betonte er: „Der Punkt ist doch der, dass Frau Clinton eine überzeugte militärische Interventionistin ist. Hillary Clinton hatte ja schon die Chance, sich in der Außenpolitik zu bewähren. Das hat sie auch mit Libyen und Syrien gemacht. Es ist ganz deutlich, dass Frau Clinton keine Entspannungspolitikerin ist, sondern eine Kriegstreiberin und Militaristin. Was Trump sein wird, dass bleibt abzuwarten. Das kann im Moment niemand vorhersagen.“

 

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeigte sich von der Wahl Trumps geschockt. «Was ihm hoffentlich seine Berater sagen und was er lernen wird, ist, dass die Nato kein Geschäft ist. Das ist kein Unternehmen», sagte die Ministerin am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «maybrit illner». Neu erklärte dazu:
„Frau von der Leyen wollte natürlich ihre Interventionistenfreundin Clinton gerne als Präsidentin haben. Ich glaube, Clinton und sie hätten sich bestens verstanden — beide sind große Freunde des Einsatzes militärischer Maßnahmen. Nun kann sie sich auf Trump noch nicht einstellen und sie kann ihn auch nicht einschätzen.“

Er könne es nicht nachvollziehen, warum in Deutschland, Frankreich, oder in Großbritannien und anderen Staaten eine Panik davor bestehe, dass Trump potentiell eine Entspannungspolitik mit Russland möchte. Dr. Neu sagt weiterhin: „Offensichtlich gibt es in den westeuropäischen und einigen osteuropäischen Staaten eine Panik vor einer Entspannungspolitik oder Partnerschaft mit Russland. Gerade wir Europäer und wir Deutschen sollten sehr viel Wert darauf legen, dass wir mit Russland ein friedliches Miteinander haben und eine stabile sicherheitspolitische Situation aufbauen können.

Quelle: Sputnik 

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