Die USA und die Republika Srpska üben vom 14. bis 18. November auf deren Territorium einen Anti-Terror-Einsatz. Laut Szenario haben „Extremisten“ die US-Botschaft in der Hauptstadt Banja Luka besetzt, berichtet Sputnik Deutschland.

 

 
In der russischen Presse wurde keine Kritik an der Übung in der Republika Srpska (RS) geübt, die als Verbündeter Russlands gilt, während westliche Medien die russisch-weißrussisch-serbischen Manöver „Slawische Brüderschaft“ im benachbarten Serbien als ein Hindernis bei dessen EU-Beitritt bezeichnet hatten.
 
Sicherheitsexperte Predrag Ceranic aus Banja Luka wies darauf hin, dass die Anti-Terror-Übung noch vor Monaten — auf dem Hintergrund einer umfassenden Hysterie in Bezug auf ein Referendum in der RS über den Tag der Staatlichkeit — geplant wurde. „In diesem Fall hatte das RS-Innenministerium keinen Grund, diese Übung nicht zu billigen, denn es geht um die Bekämpfung des Terrorismus“, sagte der Analyst in einem Sputnik-Interview.
 
„Allerdings lehnte das Innenministerium die Forderung der USA ab, die Übung insgeheim durchzuführen. Banja Luka informierte die Öffentlichkeit über das bevorstehende Manöver, um eventuellen Unruhen vorzubeugen.
 

 

Ceranic zufolge hätte man auf die Übung ganz anders reagiert, hätte bei der jüngsten US-Präsidentenwahl Hillary Clinton gewonnen.
 

„Das wäre als Druck auf die Regierung der RS gewertet worden. In diesem Fall hätten die Behörden (von Bosnien-Herzegowina) in Sarajevo nur gejubelt. Gesiegt hat aber (Donald) Trump, der einen aufrichtigen Wunsch bekundet hatte, gegen (das Terrornetzwerk) Daesh zu kämpfen.“

 

„Seinerzeit hatte Bakir Izetbegovic, Vorsitzender des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, Vertreter der Führung der ‚Muslimbrüder‘ empfangen und sich mit ihnen fotografieren lassen. Deshalb hat er jetzt allen Grund für Beunruhigung, weil die ‚Muslimbrüder‘ eine Terrororganisation sind, mit der er sich solidarisiert.“

 
Ceranic erinnerte an Trumps Versprechen, die „Muslimbrüder“ auf die von den USA geführte Liste von Terrororganisationen zu setzen. Zudem habe Trump versprochen, Ägypten zu besuchen und Präsident Abd al-Fattah As-Sisi zu unterstützen, der als unversöhnlicher Gegner der „Muslimbrüder“ gilt.
 

„Clintons Wahlsieg hätte diese Organisation auf den politischen Schauplatz zurückgeholt, was den Terrorismus auf dem Balkan nur weiter begünstigt hätte. Das umso mehr, als die Idee von Daesh jetzt zu schwach ist, um die Extremisten auf dem Balkan zu einigen.“

 
Ceranic zufolge könnte die Anti-Terror-Übung kaum als eine Bedrohung für die Republika Srpska betrachtet werden.

 

„Aber Bakir Izetbegovic sollte sich Gedanken machen, insbesondere wenn Trump sein Versprechen einhält“, sagte der Experte.

 

 

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