Frankreichs Ex-Premier François Fillon hat bei der Stichwahl der Republikaner am Sonntag fast doppelt so viele Stimmen erhalten wie sein Kontrahent Alain Juppé und ist damit Kandidat seiner Partei für die Präsidentschaftswahlen 2017 geworden, wie AFP meldet.

 

Nach der Auszählung nahezu aller Stimmzettel errang Fillon demnach 66,5 Prozent der Stimmen, Juppé kam auf nur 33,5 Prozent. An der Stichwahl nahmen nach Angaben der Organisatoren mehr als 4,2 Millionen Bürger teil.

 

Er habe seinen Sieg auf „Überzeugungen“ und „Werte“ gebaut, sagte Fillon am Sonntagabend vor jubelnden Anhängern in Paris laut AFP. Die Wähler des konservativ-bürgerlichen Lagers hätten in ihm die Werte gesehen, denen sie sich verbunden fühlten.

 

Der 62-jährige Politiker hatte die Franzosen dazu aufgerufen, im Frühjahr des kommenden Jahres den Sozialisten François Hollande abzuwählen und dessen „erbärmlicher“ Präsidentschaft ein Ende setzten. Das Land brauche einen Neustart wie seit 30 Jahren nicht mehr.

 

„Frankreich erträgt es nicht, abgehängt zu werden, Frankreich will die Wahrheit und Frankreich will Taten“, so Fillon.

 

Bei der Präsidentschaftswahl im Mai 2017 dürfte sich der Republikaner ein Duell mit Front-National-Chefin Marine Le Pen liefern. In einer am Sonntag veröffentlichen Umfrage des Instituts Harris Interactive lag Fillon mit 26 Prozent knapp vor Le Pen, die auf 24 Prozent kam. Der Amtsinhaber Hollande soll spätestens bis 15. Dezember bekanntgeben, ob er für eine Wiederwahl kandidieren werde.