Am Freitagabend gab der überparteiliche Kandidat Alexander Van der Bellen sein Wahlkampffinale in lockerer Clubatmoshäre. Auf der Bühne gaben sich Prominente und Politiker die Klinke in die Hand, das mehrheitlich junge Publikum jubelte lautstark.

 

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Lange Schlangen standen am Freitagabend vor dem Lloonbase 36, als gäbe es dort ein Konzert eines Popstars. Im bunt gemischten Publikum waren auffallend viele junge Leute, viele hatten Plakate dabei. Rasch hatte sich der Saal gefüllt und bei lauter Popmusik, Getränken und Häppchen verbreitete sich Partyatmosphäre.

 

Bevor jedoch der Mann dieses Abends, Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen, die Bühne betrat, sprachen einer nach dem anderen seine Unterstützer zu der begeisterten Menge. Darunter waren Prominente wie der Künstler Andre Heller, aber auch Freunde aus der Politik, wie der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl, und Mitarbeiter des Wahlkampfteams.
 
Auch Pepi Raich, Bürgermeister von Kaunertal, wo Van der Bellen aufgewachsen ist, sprach zu Ehren des Kandidaten.

 

„Alexander Van der Bellen sagt selbst, dass unsere Heimat ihn sehr geprägt hat. Dass er im Kaunertal gelernt hat, dass Gemeinsamkeit das Wichtigste ist, dass man nicht extrem, sondern gemäßigt und einfach nett zu den Leuten sein sollte“, betonte er später im Sputnik-Interview mit Ilona Pfeffer.

Dass Van der Bellen gerade auch so viele junge Menschen begeistert, wundert seinen alten Weggefährten nicht.

 

„Ich glaube, dass die jungen Leute merken, dass man aufpassen muss, dass Europa nicht zerfällt. Der Gegenkandidat von Alexander Van der Bellen polarisiert sehr und redet alles schlecht. Das ist eine Gefahr für uns, denn wenn Europa zerfällt, dann könnte es Krieg geben.“

 
Traude Rochowanski, die für das Team Van der Bellen den Wahlkampf auf den Straßen und in der Telefonzentrale geführt hat, gehört selbst zur jungen Generation und kann daher die Motivation der jungen Wähler nachvollziehen.

 

„Die jungen Leute machen sich natürlich Gedanken darüber, dass es um sechs Jahre geht. Das ist eine sehr lange Zeit, es geht um unsere Zukunft. Wir jungen Leute sind in einem offenen Europa aufgewachsen, in einem gemeinsamen Europa. Wir wissen, was es für Vorteile hat, wenn wir ohne große Kontrollen einfach verreisen können, oder dass es leichter ist im Ausland zu studieren und zu arbeiten. Deshalb sehen wir uns viel mehr als Europäer.“

 
Den Wahlkampf beschreibt die junge Frau als aufregende Zeit, in der es ihr und ihren Mitstreitern Spaß gemacht habe, mit Überzeugung und Leidenschaft für ihre Sache zu kämpfen. Und auch trotz der Enttäuschungen nach den gescheiterten Wahlanläufen sei ihre Motivation von Tag zu Tag gestiegen.

 

„Alexander Van der Bellen ist ein Mensch, der verbinden kann – das sieht man an dieser überparteilichen Wahlbewegung. Wir haben aus allen politischen Lagern Menschen, die freiwillig bei uns mithelfen. Selbst aus der Partei des Gegenkandidaten haben wir inzwischen Personen, die sagen, der lange Wahlkampf habe ihnen die Augen geöffnet. Sie haben sich besser informiert und haben sich für Alexander Van der Bellen entschieden. Er ist auch für ein starkes Europa. Er sagt: Es ist nicht alles perfekt in der EU, aber die Idee und die Basis stimmen, und wenn wir daran arbeiten, dann kann ein starkes Österreich in einem starken Europa sein“, fügt Rochanowski hinzu.

 

Nach all den Fürsprechern blieb dem Kandidaten Alexander Van der Bellen am Ende des Abends, noch einmal seine Unterstützer auf den Wahlsieg einzustimmen und sich bei allen zu bedanken.
Am Sonntag, 4. Dezember wird in Österreich im dritten Anlauf der neue Bundespräsident gewählt.
 
Quelle: Sputnik

 

 

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