Trotz der Niederlage Norbert Hofers bei der österreichischen Präsidentschaftswahl zeigt sich sein Wahlkampfmanager Herbert Kickl, optimistisch. Ungeachtet der „Anfeindungen“ im Wahlkampf habe Hofer das Vorurteil, dass die Freiheitliche Partei nur aus HC Strache bestehe, widerlegt, sagte FPÖ-Generalsekretär im Sputnik-Gespräch.

 

Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

 

 

Es ist so in einer Demokratie. Der Wähler hat gesprochen, der Wähler hat recht. Natürlich wären wir gerne als erste über die Ziellinie gegangen, aber der doch relativ knappe Abstand, den es gibt, bestimmt mich sehr optimistisch auch für die weitere politische Entwicklung. Denn man darf nicht vergessen, dass Norbert Hofer eigentlich allein mit der Freiheitlichen Partei gegen ein politisches und mediales System, das sich komplett eingehängt hat, um noch einmal eine Veränderung zu verhindern, sehr sehr stark durchgesetzt hat und sehr seht knapp an die Vertreter dieser Allianz herangekommen ist. Und es stimmt mich sehr positiv, weil wir zum anderen bedenken müssen, dass sich das gesamte politische Themenfeld nicht ändert.

Wir haben weiter die Bedrohung durch den Islamismus. Wir haben weiter eine Massenarbeitslosigkeit im Land. Wir haben weiter einen Stillstand, wenn es um Reformen geht etc. So alle diese Dinge bleiben, und Norbert Hofer hat ein sehr solides Fundament und eine sehr gute Basis gelegt für die weiteren innenpolitischen Entwicklungen, was die Freiheitliche Partei betrifft.

 

Was glauben Sie, welche Rolle die Medienberichterstattung gespielt hat?

 

 

Ich glaube, wir haben da so etwas erlebt, wie ein letztes Aufbäumen der etablierten Medien. Es ist ihnen noch einmal gelungen, sicherlich den einen oder anderen ein wenig zu verunsichern. Und es war eine Medien-Walze, wie es sie in der Geschichte dieser Republik noch nie gegeben hat. Und trotzdem ist Norbert Hofer sehr knapp an Van der Bellen herangekommen.

Wenn es den Medien tatsächlich um den Auftrag geht, von dem sie immer behaupten,  nämlich eine kontrollierende, eine vierte Gewalt zu sein, dann werden die Medien wahrscheinlich gut beraten, auch rasch in sich zu gehen und ihre Strategie zu verändern und wieder zu beginnen, über politische Ereignisse zu berichten und nicht selbst Politik zu machen.

 

Haben Sie jetzt schon irgendwie eine Ahnung, an welcher Stelle Sie verloren haben, d.h. welche Wähler haben sich dann doch unentschieden?

 

 

Es wäre unseriös, das jetzt aus dem Handgelenk zu machen. Wir werden uns das genau anschauen. Aber ich sehe letztendlich nur eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der Freiheitlichen Partei. Wir haben begonnen, vor wenigen Monaten mit einer Ausgangssituation, wo uns die wenigsten den Einzug in die Stichwahl zugetraut haben. Man hat gesagt, Norbert Hofer ist ein Noname, das ist absolut chancenlos. Wir haben dann 35 Prozent erzielt und leben jetzt bei 46 Prozent. Und das alles in einem Jahr.

Und wenn wir bedenken, dass Norbert Hofer das trotz dieser ganzen Anfeindungen geschafft hat, denen er in diesem Wahlkampf ausgesetzt wurde, dann möchte ich darüber diskutieren, welche Wähler wir verloren haben. Welche Rolle wird Norbert Hofer zukünftig in der Partei erfüllen? Er wird dieselbe Rolle spielen, die er bisher gespielt hat. Wir haben einen sehr starken und charismatischen Parteihauptmann mit Heinz-Christian Strache, der mit Sicherheit unser Spitzenkandidat bei der nächsten Nationalratswahl sein wird. Und ich freue mich sehr darüber, dass ein Vorurteil, das auch von den Medien geschürt wurde, nämlich, dass die Freiheitliche Partei keine anderen Persönlichkeiten hat und alles nur halt aus HC Strache besteht, durch Norbert Hofer widerlegt wurde. Er hat den Gegenbeweis eindrucksvoll angetreten und Norbert Hofer wird Teil eines starken Teams rund um HC Strache für die kommende Nationalratswahl sein.

 

 

Welche Chancen räumen sie da FPÖ ein, in die Regierung zu kommen?

Ich weiß nicht, ob Alexander Van der Bellen seine Ankündigung wahr macht, Freiheitliche nicht mit Regierungsbildungsgesprächen zu beauftragen, wann er Stärkste wird. Und ob das gilt, was er vor ein paar Tagen gesagt hat. Das wird noch eine Frage sein, ob Alexander Van der Bellen sich dann an das erinnern kann, was er gesagt hat, und welche der Varianten gilt. Für uns zählt es nur, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen und aus der Position der Stärke heraus dann auch mit den entsprechenden Vorschlägen den Anspruch zu stellen, Regierungsbildungsgespräche führen zu können oder in Regierungsbildungsgespräche einzutreten. Dazu brauch es aber die Stärke der Freiheitlichen Partei. Und wenn wir darauf aufbauen, was uns heute mit Norbert Hofer gelungen ist, dann sehe ich sehr gute Chancen dafür. Interview: Ilona Pferrer

Quelle: Sputnik

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