Ein geleaktes Dokument zeigt, dass die britische Regierung Unsummen nach Somalia überwies und das in dem Wissen, dass das Geld an Milizen wie den «Islamischen Staat» oder al-Shabaab fließen wird.

Von Marco Maier

 

 

Es ist weithin bekannt, dass britische Regierung wie auch jene der Vereinigten Staaten immer wieder Naheverhältnisse mit terroristischen, islamistischen bzw. dschihadistischen Gruppen und Milizen pflegen. Auch die hervorragende Kooperation mit den Saudis (Wahhabiten) und Kataris (Muslimbrüder) ist kein Zufall. Doch eine offene monetäre Subventionierung von solchen extremistischen Gruppen wie dem «Islamischen Staat» oder den al-Shabaab-Milizen könnten sie sich nicht wirklich leisten.

Umso schockierter (besser: scheinheiliger) reagierte nun die britische Presse, als ein als «geheim» klassifiziertes 41 Seiten umfassendes Dokument des britischen Department for International Department (DfID) geleakt wurde, in dem sich die britische Regierung dazu bekannte, 568 Millionen Pfund (etwa 682 Millionen Euro) in das Bürgerkriegsland Somalia gepumpt zu haben – und das mit dem Wissen, dass es «sehr sicher» dann «gestohlen» würde und dann zu den terroristischen islamischen Gruppen fließe.

Doch das, was nach außen hin als «Fehler» bezeichnet wird, dürfte angesichts der bisherigen geopolitischen Maßnahmen der angloamerikanischen Politeliten eher unter «politische Destabilisierungsstrategie» laufen. Der einzige «Fehler» der gemacht wurde ist jener, dies nicht über irgendwelche Geheimdienstkanäle laufen zu lassen, wie es bei der CIA der Fall ist (und die genügend andere Einnahmequellen wie das Opium aus Afghanistan hat). Solche Regierungsdokumente haben eben die Angewohnheit, auch mal «geleakt» zu werden.