Wie aus von WikiLeaks veröffentlichten Datensätzen und seiner Biographie hervorgeht, haben David Rockefeller und die US-Regierung prinzipiell eine innige Beziehung. Alles Verschwörungstheorie? Mitnichten!

Von Marco Maier

Eine der ältesten sogenannten «Verschwörungstheorien» wird durch von WikiLeaks veröffentlichte Datensätze weiter angeheizt. Denn die Verbindungen der Rockefellers – eine der reichsten und einflussreichsten Milliardärsfamilien der USA – mit der US-Politik wurdenn immer wieder kritisiert und die Rockefellers selbst zusammen mit anderen einflussreichen und reichen Leuten als die wahre US-Regierung betrachtet. Selbst der britische «Express» berichtet darüber.

Streng geheime Verhandlungen zwischen dem damaligen Außenminister Henry Kissinger und dem Tycoon David Rockefeller bezüglich des Schutzes der Familie des persischen Schahs nach der Iranischen Revolution im Jahr 1979, die von WikiLeaks veröffentlicht wurden, veranschaulichen die Mauscheleien, die zwischen US-Regierungsvertretern und Vertretern der US-Finanzoligarchie stattfinden. Laut den Daten hatte Rockefeller damals zugesagt, für eine sichere Residenz von Ashraf Pahlevi, der Schwester des Schahs, irgendwo in Zentral- oder Südamerika zu sorgen. Kissinger musste ihm versprechen, das Ganze vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.

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David Rockefeller selbst hat in seiner Biographie ohnehin schon gestanden, eine konspirative Rolle einzunehmen. So schrieb er dort: «Einige glauben sogar, wir seien Teil einer geheimen Verschwörung, […] und werfen uns vor, wir konspirierten mit anderen auf der ganzen Welt, um eine neue ganzheitliche globale politische und wirtschaftliche Struktur aufzubauen – eine neue Welt, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, bekenne ich mich gern schuldig und ich bin stolz darauf.» Zudem heißt es dort schon im Werbetext: «In den 70er-Jahren zählte man ihn zu den mächtigsten Wirtschaftsführern der Welt mit Kontakten von Michail Gorbatschow bis hin zu Ariel Sharon. Seit Dwight D. Eisenhower beriet Rockefeller jeden Präsidenten der Vereinigten Staaten in internationalen Angelegenheiten. Oft wurde er auch als Weltbankier bezeichnet.»

Diskussionen über die wirkliche Macht in den USA gibt es schon lange, was natürlich auch aus dem US-Wahlsystem resultiert, welches den «legalen Kauf» von Abgeordneten, Senatoren, Gouverneuren und gar Präsidenten ermöglicht. Doch auch die Freimaurer, die «Illuminaten», «Skull & Bones», die «13 superreichen Familien», die Jesuiten oder beispielsweise auch die «300 Familien» (inklusive Agnelli, Bush, Ford, Kuhn, Loeb, Montgomery, Morgan, Roosevelt und Schiff) stehen hierbei je nach Lust und Laune zur Auswahl.

Auch wenn es schwer zu sagen ist, wie tief die Verstrickung zwischen den US-Oligarchen im Hintergrund und der US-Administration reicht, sowie welche Personenkreise hier tatsächlich (und vor allem: in welcher Intensität) involviert sind, ist ohne Insiderwissen schwer zu sagen. Allerdings kann man alleine schon mit Blick auf die Geschichte der USA und ihrer Institutionen und dem Vergleich mit der heutigen Zeit erahnen, welche Gruppen tatsächlich eine große politische Rolle zu spielen scheinen.

Die Rockefellers gehören hierbei ebenso zum «alten US-Adel» wie die Warburgs. Doch der «Neuankömmling» George Soros zum Beispiel, mag zwar mit seinen Milliarden an Dollars gerne in der globalistischen Politarena «herumspielen», doch mit den «alten Familien» selbst kann er (noch) nicht mithalten. Warren Buffet, Bill Gates & Co spielen hier ebenfalls in einer anderen Liga. Deshalb sollte man hier in Sachen politischer Einflussnahme auch eher von mehreren Gruppen sprechen, wenngleich sich diese partiell überscheiden