Die Zentralbanken der Russischen Föderation und der Volksrepublik China haben in den vorangegangenen Monaten große Mengen an Gold von den Weltmärkten angekauft. Auch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten könnte die Bedeutung des Edelmetalls beeinflussen.

Obwohl der Preis auf den Weltmärkten zuletzt noch im Sinken begriffen war und Aktien als Sachwerte derzeit wesentlich stärker im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, decken sich sowohl Staaten und deren Zentralbanken als auch Privatanleger zunehmend wieder mit Gold ein.

 

Wie der «Business Insider» mitteilt, haben alleine im September Zentralbanken aus aller Welt insgesamt 13 Tonnen Goldes netto requiriert, wobei die Zentralbank der Russischen Föderation (CBR) mit einem Ankauf im Umfang von 16,55 Tonnen als größter Käufer auftrat. Seit Januar 2015, als die Reserven letztmalig um 0,48 Tonnen geschrumpft waren, sind die Bestände der CBR Monat für Monat angewachsen.

Auch China und Kasachstan gehören den Angaben des Weltgoldrates (WGC) zufolge zu jenen Marktteilnehmern, die sich zuletzt als Nachfrager im großen Stil erwiesen hatten. Während Peking seine Bestände um 4,98 Tonnen aufstockte, kaufte Astana Gold im Ausmaß von 4,14 Tonnen an.

In den darauffolgenden Monaten hat die Russische Föderation noch einmal mächtig nachgelegt. Die in Wien erscheinende Tageszeitung «Die Presse» berichtete vor einigen Tagen sogar von einem Ankauf im Umfang von 48 Tonnen durch die CBR, was rund 1,5 Prozent der gesamten weltweiten Goldproduktion eines Jahres entspreche. Mittlerweile liegt der Goldbestand in der Russischen Föderation demnach bei 1.542 Tonnen, nur China hat mit 1.840 Tonnen noch höhere Goldreserven.

In Ländern wie China oder Indien zeichnet sich mittlerweile jedoch auch unter Privatanlegern eine erheblich steigende Nachfrage nach dem Edelmetall ab. Die Abteilung für Zensus und Statistik in Hongkong sprach von einem Importanstieg von neun Prozent in den Monaten von Januar bis September. Währenddessen ist in Europa und den USA tendenziell immer noch ein stärkerer Trend zur Aktie und damit zu risikoreicheren Anlageklassen zu verzeichnen.

Gold ist jedoch keine Anlageform, die kurzfristige Wirkungen entfalten würde. Für Spekulanten, aber auch für Investoren ist sie zu langfristig. Das Edelmetall gilt als sichere Reserve für Krisenzeiten und wird vor allem von Privathaushalten für diesen Zweck nachgefragt.
Andererseits werden in einigen Ländern Stimmen laut, die auch auf politischer Ebene der Idee einer goldgedeckten Währung und einer Bindung der von den Zentralbanken ausgegebenen Geldmenge an die vorhandenen Goldbestände etwas abgewinnen können.

Anhänger einer goldgedeckten Geldpolitik versprechen sich davon neben größerer Geldwertstabilität und größerer Transparenz auf den Märkten auch ein Ende von Spekulationsblasen und Marktüberhitzungen.

 

Auch der designierte US-Präsident Donald J. Trump hat sich mehrfach bezüglich einer möglichen Rückkehr zum Goldstandard als interessiert geäußert. Zuletzt gab es von 1944 bis 1973 das in Bretton Woods beschlossene System fester Wechselkurse auf internationaler Ebene, dem 44 Staaten angehörten und das sich ebenfalls am Goldstandard orientierte. Republikanische Politiker wie der ehemalige Kongressabgeordnete Ron Paul, dessen Sohn, der Senator Rand Paul, und der Verleger Steve Forbes gehören ebenfalls zu den entschiedensten Verfechtern einer solchen Option.

Der Internationale Währungsfonds hatte seinen Mitgliedsländern hingegen 1976 die Aufhebung der Golddeckung empfohlen. Ein Ende dieser Form der Einhegung des Zentralbankensystems widerspricht in fundamentaler Weise der im Westen heute dominanten Keynesianischen Geldtheorie und deren nachfrageorientiertem Ansatz. Demnach sollen staatliche Akteure und Zentralbanken die Möglichkeit haben, durch eine Ausweitung der Geldmenge Wirtschaftskrisen über eine Stärkung der Nachfrage entgegenzuwirken. Kritiker betrachten diesen Ansatz jedoch als pseudowissenschaftlich sowie als Einfallstor für Hyperinflation, übermäßige Schuldenpolitik und den Verlust politischer und wirtschaftlicher Souveränität.

In der Vorwoche soll sich Trump mit dem früheren CEO der Bank BB&T und Chef des rechtslibertären Cato-Instituts, John Allison, getroffen und mit ihm das Thema erörterthaben. Nähere Angaben zu den Ergebnissen der Unterredung gibt es bislang noch nicht. Allison wurde ursprünglich auch als möglicher Finanzminister eines Kabinetts Trump I gehandelt. Jüngst hat der künftige Präsident jedoch angekündigt, den ehemaligen Investmentbanker Steven Mnuchin mit diesem Posten zu betrauen.

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