Immer dann, wenn es um die Kriminalitätsrate und die Unterscheidung zwischen In- und Ausländern geht, debattiert man um die Methodik. Doch da muss man nichts schönrechnen. Es ist wie es ist.

Von Michael Steiner

Sind Ausländer in Deutschland grundsätzlich eher kriminell oder nicht? Dies ist eine Frage, die im Rahmen der «politischen Korrektheit» höchst ungerne angesprochen wird. Wenn man es dann doch tut, dann kommt die «typisch deutsche» Art zum Vorschein, es «genau nehmen» zu wollen und an den Statistiken herumzudeuten.

Denn um dem deutschen Perfektionsempfinden gerecht zu werden, kommen Vorschläge wie die Bildung von Vergleichsgruppen (also zum Beispiel junge Männer von 18-25, weibliche Hauptschulabsolventen und dergleichen), um so deutlichere Vergleichswerte zu erreichen. Dann gibt es noch Forderungen, jene Delikte herauszurechnen, die nur von Ausländern begangen werden können (also zum Beispiel Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz oder gegen das Asylgesetz).

Allerdings ist die Sache eigentlich doch ganz einfach: Der Ausländeranteil in Deutschland lag 2015 offiziell bei 9,72 Prozent, der Anteil der Ausländer in deutschen Gefängnissen lag im selben Jahr bei 27,9 Prozent. Selbst wenn man dabei «Ausländer-spezifische» Delikte wegrechnet, liegt die Quote der Nicht-Deutschen bei mehr als dem Doppelten. Und wenn man davon ausgeht, dass es bei den Eingebürgerten tendenziell nur geringe Unterschiede zu jenen geben dürfte, weil sich nur durch den Passwechsel ja auch kein Mentalitätswechsel ergibt, kann man wohl davon ausgehen, dass die Quote bei jenen mit Migrationshintergrund in Wirklichkeit wieder beim Verhältnis von 3:1 gegenüber den «Biodeutschen» annähert.

Klar, auch bei den Zuwanderern gibt es diesbezüglich je nach Herkunftsland Unterschiede bei den Kriminalitätsraten – doch anstatt «politisch korrekt» herumzudiskutieren und ewig herumzurechnen sollte man die Realitäten endlich anerkennen und entsprechend handeln.