Deutschland hat wegen des Mangels an qualifiziertem Personal den Beginn eines neuen Programms zur Anlockung von Einwanderern angekündigt, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

 

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Qualifizierte Arbeitsmigranten aus Russland verdienen in Deutschland gewöhnlich mindestens 3000 bis 4000 Euro pro Monat. Solche Einkommen sind deutlich höher als die durchschnittlichen Löhne selbst in den bestbezahlten Branchen in Russland – der Ölförderung bzw. im schweren Maschinenbau.

 

Spezialisten mit Berufsausbildung aus Russland, Weißrussland und der Ukraine würden eine neue Möglichkeit bekommen, einen Job in Deutschland zu finden, so der Sender Deutsche Welle (DW).
 
Einige Bundesländer locken aktiv ausländische Spezialisten an. Am stärksten mangelt es an qualifiziertem Personal im Bundesland Baden-Württemberg, wo zahlreiche Maschinenbau-, Chemie-, Pharma- und IT-Unternehmen ansässig sind. Wegen der guten Wirtschaftssituation in Baden-Württemberg sei die Arbeitslosenquote sehr niedrig, zitiert DW einen Vertreter der Bundesagentur für Arbeit.

 

Ausländische Spezialisten außerhalb der EU-Staaten hatten bis vor kurzem zwei Varianten, einen Job in Deutschland nach einem vereinfachten Verfahren zu bekommen. Hochqualifizierte Arbeitskräfte konnten eine so genannte blaue Karte erhalten. Dafür sind ein Hochschulabschluss, ein Arbeitsvertrag und ein Bruttogehalt in Höhe von mindestens 49.000 bzw. 38.688 Euro pro Jahr nötig, wenn es sich um besonders nachgefragte Berufe in Deutschland handelt.

 

Es geht um Berufe wie Arzt (ausgenommen Zahnärzte), Mathematiker, Architekten und IT-Spezialisten. Nach DW-Angaben liegen die Russen nach der Zahl der erhaltenen blauen Karten auf Platz drei.

 

Die zweite Option: Ein Spezialist mit Berufsausbildung kann einen Job in Deutschland kriegen, falls sein Beruf auf der so genannten weißen Liste steht, die auf die Webseite der Bundesagentur für Arbeit gestellt und alle sechs Monate erneuert wird.

 

Doch seit Oktober gibt es eine weitere Möglichkeit: Jeder Spezialist mit Berufsausbildung – unabhängig davon, ob er den Anforderungen der blauen Karte bzw. der weißen Liste entspricht – kann in Deutschland angestellt werden, allerdings nur in Unternehmen in Baden-Württemberg.

 

Diese Region startete ein neues Programm zur Anstellung ausländischer Spezialisten. Es handelt sich dabei um ein punktebasiertes Modellprojekt zur Fachkräftezuwanderung. Eine der Hauptbedingungen sind gute Deutschkenntnisse. Darüber hinaus bekommt man mehr Punkte, wenn einer der Verwandten bereits in Baden-Württemberg wohnt bzw. der Bewerber zuvor schon in Deutschland gearbeitet hatte. Das Programm läuft bis September 2019.

 

Angesichts der durchschnittlichen Gehälter in Russland kann sich das deutsche Angebot tatsächlich als attraktiv erweisen. Nach Angaben der Firma Head Hunter waren die höchsten Durchschnittsgehälter 2016 in den Förderbranchen zu finden (ohne Berücksichtigung des Öl- und Gassektors) – 104.000 Rubel pro Monat, gefolgt von der IT-Branche mit 78.000 Rubeln sowie dem Öl- und Gassektor mit 76.000 Rubeln.
 
Übersetzung: Sputnik

 

 

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