Nachdem der Nationalrat nach jahrelangen Verhandlungen der Enteignung der bisherigen Besitzerin mit großer Mehrheit zugestimmt hat, wird das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn österreichisches Staatseigentum, berichtet Sputnik.

Die bisherige Besitzerin sei deshalb enteignet worden, um zu verhindern, dass das Haus im oberösterreichischen Braunau, wo der spätere Diktator Adolf Hitler (1889-1945) seine ersten Lebensmonate verbrachte, immer mehr zu einer Pilgerstätte für Neonazis verkomme, berichtet die österreichische Tageszeitung „Heute“.  Gemeinsam mit dem Bund und der Stadt soll nun geklärt werden, wie das Haus genutzt werden soll.

Wie hoch die Entschädigungssumme für die Ex-Besitzerin des Hauses sein wird, sei noch unbekannt. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hatte sich zuvor mehrfach für einen Abriss oder eine sehr weitgehende Umgestaltung ausgesprochen. Eine vom Innenministerium eingesetzte Historikerkommission hatte sich aber gegen den Abriss ausgesprochen, da dies „einer Verleugnung der NS-Geschichte in Österreich gleichkommen“ würde. Zuvor war berichtet worden, dass ein Abriss des Hauses außerdem unmöglich ist, da das Gebäude mit seiner Bausubstanz aus dem 17. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht. Bis 1965 befanden sich in dem dreigeschossigen Bau aus dem 17. Jahrhundert eine Bibliothek, dann eine Bankfiliale und eine Schule. Von 1977 bis 2011 waren dort Werkstätten und ein Wohnheim für Behinderte untergebracht.