Eigentlich eine Meldung, die nicht der Rede wert wäre: Martin Schulz hielt seine letzte Rede als Präsident des EU-Parlaments. Ein Dilettant phantasiert öffentlich von „Erfolgen“ seiner Herrschaftszeit und lässt sich dafür von seinesgleichen beklatschen und bejubeln. Doch Schulz produzierte nicht nur heiße Luft – er ließ auch keinen Zweifel daran, dass die EU weiterhin stramm in Richtung totaler Diktatur marschiert.

Von Marcello Dallapiccola

Kostprobe gefällig? – „In den vergangenen Jahren ist es uns gemeinsam gelungen, das Europäische Parlament zu dem Ort der europäischen Demokratie zu machen. Hier in diesem Saal finden die wichtigen Debatten statt und hier werden Entscheidungen getroffen, die das Leben der Menschen besser und sicherer machen.

Wow. Da verschlägt‘s einem schon gleich zu Beginn von Schulzens Gelalle den Atem. Demokratie also, so, so. War das nicht die Regierungsform, bei der die Herrschaft vom Volke ausgeht anstatt von irgendwelchen auf obskuren Wegen in Machtpositionen getorkelten Alkoholikern? Gut, vermutlich würde sich die Entrüstung in Grenzen halten, wenn das Leben der Menschen wirklich besser und sicherer würde; doch um das nachvollziehen zu können, werden die 40.000 oder mehr Bürokraten in Brüssel einfach zu gut bezahlt.

Aber es geht weiter: „Mit dem Spitzenkandidatenprozess ist es uns gelungen, die EU demokratischer zu machen und den Einfluss der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Dadurch haben wir unsere transnationale Demokratie gestärkt.

Spätestens jetzt muss sich der unvoreingenommene Beobachter staunend fragen, ob Schulz bei diesem Auftritt vielleicht schon für seine Post-Politische Karriere als Kabarettist geprobt hat. Doch auch in Nordkorea werden die Menschen ja täglich daran erinnert, dass sie in der besten aller nur vorstellbaren Gesellschaften mit der weisesten aller Regierungen leben …

Doch dann erinnert sich Schulz an seine Pflichten als Büttel des herrschenden Syndikats und sabbert mit bedrohlichem Timbre: „Aber genau diese transnationale Demokratie ist heute in großer Gefahr. Überall auf unserem Kontinent machen sich die Spalter und die Ultranationalisten wieder breit, diejenigen, die Menschen gegeneinander hetzen und die das liberale, das soziale und das ökologische Gesellschaftsmodell Europas abwickeln wollen. Damit gefährden sie eine der größten zivilisatorischen Errungenschaften, die auf unserem Kontinent je gelungen ist.

Ultranationalisten, das muss wohl der neue Sammelbegriff für alle sein, die nicht im Gleichschritt mit dem System marschieren. Migrationskritiker, Russland-Freunde, EU-Skeptiker, Patrioten, Gender- und PC-Sprech-Verweigerer – alles Ultranationalisten!

Mit aller Kraft habe ich gegen diesen Hass gekämpft und das werde ich auch zukünftig tun, wenn auch von anderer Stelle aus! Denn: Es ist unsere Pflicht uns gegen diese zerstörerischen Tendenzen zur Wehr zu setzen, egal von welcher Funktion aus.“

Heißt übersetzt: HateSpeech, FakeNews und AdWars waren erst der Anfang. Schlagt die Ratten, wo immer ihr sie auch trefft! Kämpfen mit aller Kraft, sich zur Wehr setzen, blind um sich schlagen gegen den imaginierten Feind – ja, so spricht ein wahrer Demokrat und großer Europäer.
Die gesamte Rede des abgetretenen Buchändlers aus Würselen können Sie hier nachlesen. Für hartgesottene Masochisten gibt‘s hier einen kurzen Videoausschnitt.