Der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan werden den Konfliktparteien in Syrien vorschlagen, Friedensverhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana zu führen und dadurch die Gespräche im Genfer Format zu ergänzen. Dies teilte Putin am Freitag bei einer Pressekonferenz in Tokio mit.

„Vorgestern haben wir uns bei einem Telefonat mit Präsident Erdogan verständigt, dass wir den Konfliktparteien — wir unserseits der syrischen Regierung, der türkische Präsident den Vertretern der bewaffneten Opposition — vorschlagen werden, den Prozess der Friedensgespräche auf einer neuen Plattform fortzusetzen, zu der die Hauptstadt Kasachstans Astana werden könnte», sagte er. Putin war am Donnerstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Japan gereist.

 

 

Sollten die Konfliktparteien zustimmen, werde man sich an Kasachstans Präsident Nasarbajew richten, „mit der Bitte, diesen Prozess zu unterstützen», so Putin.

Falls es dazu tatsächlich kommen solle, werde diese Plattform „nicht mit der von Genf konkurrieren, sondern die Genfer Verhandlungen ergänzen», betonte er. „Wo immer sich die Konfliktparteien auch treffen mögen — meiner Ansicht nach wäre es richtig, dies zu tun und eine politische Regelung anzustreben.» Russland und die Türkei hätten sich zudem darüber verständigt, dass Ankara bei der Evakuierung der Kämpfer aus Aleppo helfen sollte, so Putin weiter. „Nach dem, was ich sehe, passiert (in Syrien — Anm. d. Red.) gerade das, worüber wir uns verständigt haben — unter anderem mit dem türkischen Präsidenten, als er in St. Petersburg zu Besuch war. Wir hatten verabredet, dass die Türkei jede mögliche Hilfe beim Abzug jener Kämpfer leisten soll, die sich bereit erklären, ihre Waffen in Aleppo niederzulegen; vor allem um das Leben der Zivilisten zu schützen», sagte er.

 

Er rechne damit, dass die syrische Regierungsarmee, die praktisch die gesamte Stadt Aleppo zurückerobert hat, sich dort auch festsetzen werde, und die Zivilisten ihr friedliches Leben wiederaufnehmen könnten, äußerte Putin. „Tausende Einwohner sind bereits in ihre halbzerstörten Häuser zurückgekehrt.»

Die nächste Etappe der Regelung der Lage in Syrien soll der vollständige Waffenstillstand auf dem gesamten Territorium des Landes sein. „Wir führen unter Vermittlung der Türkei sehr aktive Verhandlungen mit den Vertretern der bewaffneten Opposition», sagte er.