Die ukrainische Regierung hat am Sonntag die Verstaatlichung der größten Bank des Landes, der „Privatbank“, beschlossen, wie das ukrainische Ministerkabinett auf seiner offiziellen Homepage meldet.

 

 

Die ukrainische Regierung unterstützte demnach den Vorschlag der Nationalbank sowie des Finanzstabilitätsrates zur Verstaatlichung der Bank. Damit übernimmt das ukrainische Finanzministerium die „Privatbank“ zu 100 Prozent. Der neue Chef der Behörde soll der ukrainische Ex-Finanzminister Alexander Schlapak werden. „Die Verstaatlichung der,Privatbankʻ ist die einzige Möglichkeit, die Bank vor einem Scheitern und der Zerstörung des ganzen Bankensystems des Landes zu schützen“, wird der ukrainische Präsident Petro Poroschenko von Medien zitiert. Davon „hängt die finanziell-wirtschaftliche Situation des Landes ab“, gab er an.  Alle Einlagen der Kunden werden dem ukrainischen Staatschef zufolge gesichert. Die „Privatbank“ ist die größte Bank der Ukraine. Hauptaktionäre waren Igor Kolomoiski (41,66 Prozent der Aktien) und Genadij Bogoljubow (33,25 Prozent). Kolomoiski bezeichnete die Verstaatlichung der Bank via Facebook als „typische feindliche Übernahme“.

Die Bank hat Reuters zufolge etwa 20 Millionen ukrainische Kunden, ihr Rekapitalisierungs-Programm konnte sie nach Angaben der Notenbank trotzdem nicht erfüllen. Zudem seien 97 Prozent der Unternehmenskredite an Firmen ausgelagert worden, die mit Anteilseignern der Bank verbunden seien. Am 1. Dezember betrug das Finanzloch der Bank umgerechnet 5,65 Milliarden US-Dollar.