Der erste große Test für Donald Trump als «deal-maker in chief» liegt nicht im Nahen Osten oder im Donbass, sondern in den Philippinen. Kann er mit Duterte klarkommen oder nicht?

Von Marco Maier

Seit Rodrigo Duterte vor wenigen Monaten das Amt des philippinischen Präsidenten übernommen hat, wurde das Verhältnis zwischen der ehemaligen US-Kolonie und Washington immer schwieriger. Denn der ehemalige Bürgermeister von Davao gilt als pragmatischer Politiker, der eine strikte «Philippinen zuerst»-Politik betreibt und dabei keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer Regierungen, irgendwelche Ideologien, Religionen oder die korrupte Oligarchie im eigenen Land nimmt.

Für Donald Trump, der seinen außenpolitischen Fokus lieber gegen China als gegen Russland richtet und somit auch neue Akzente setzen wird, ist Rodrigo Duterte nun eine Schlüsselfigur. Zwar hatte der philippinische Präsident die Wahl des Milliardärs begrüßt, doch wenn er das Gefühl hat, zur Marionette degradiert zu werden, dann wird er auch gegenüber Trump gewiss kein Blatt vor den Mund nehmen.

Alleine die letzten Monate haben gezeigt, dass Duterte vor allem in seiner Nachbarschaft an guten Deals in Sachen Waffen, Sicherheit, regionaler Kooperation und Handel für sein Heimatland interessiert ist. Den langjährigen Versuchen Washingtons, die Philippinen mit Waffen zu versorgen und das Land gemeinsam mit anderen Ländern der Region in einen Stellvertreterkrieg gegen China zu schicken, hat Duterte bereits eine klare Absage erteilt.

Trump kann ihm nun beweisen, dass die Vereinigten Staaten unter seiner Präsidentschaft eine andere Linie fahren werden, die auch nicht mehr so von diesem alten Kolonialherren-Denken geprägt ist. Auf Obamas Ultimatum, die finanzielle Hilfe für das arme Land wegen der angeblich so schlechten Menschenrechtslage einzustellen, antwortete er nur: «Ihr wisst, Retourkutsche… wenn ihr das tun könnt, so können wir auch. Es ist keine Einbahnstraße. Bye-bye Amerika». Hier kann Trump zeigen, dass er die globalistische, neoliberale Linie der Vorgängerregierungen nicht weiter vorantreibt, sondern auf eine Partnerschaft mit den Philippinen setzt – und auf gute Deals für beide Länder.

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