Außenminister Cavusoglu sagte in Moskau, die Straße in der sich die russische Botschaft befindet, werde den Namen des ermordeten russischen Botschafters tragen. Eine türkisch-russische Ermittlungsgruppe ist ebenso beschlossen.

Von Marco Maier

Nach der Ermordung des russischen Botschafters in Ankara durch einen Ex-Polizisten, der mutmaßlich Teil der von der CIA gesteuerten Gülen-Bewegung war, haben die Regierungen Russlands und der Türkei auf Wunsch Wladimir Putins beschlossen, eine gemeinsame Ermittlungsgruppe zu bilden.

Damit schlägt die türkische Führung das hinterhältige Angebot Washingtons aus, bei den Ermittlungen «helfen» zu wollen. Immerhin dürfte auch Präsident Erdogan bewusst sein, dass dieses Komplott wohl auf Betreiben der CIA veranstaltet wurde. «Wir müssen herausfinden, was oder wer hinter diesem verräterischen, niederträchtigen Anschlag steckt. Und das werden wir gemeinsam schaffen», sagte Cavusoglu in der russischen Hauptstadt.

Die türkische Regierung hat inzwischen beschlossen, dem ermordeten Diplomaten zu Ehren die Straße in der sich die russische Botschaft befindet, auf seinen Namen zu benennen. «Wir werden seinen Namen in Ankara und in unseren Herzen weiterleben lassen», so der türkische Außenminister.

Indessen gab das russische Außenministerium eine Reisewarnung für russische Bürger in die Türkei aus. «Jeder sollte vor einer Türkei-Fahrt ernsthaft nachdenken, weil es dort fast täglich zu Terrorakten kommt», sagte Vizeaußenminister Oleg Syromolotow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Kritisch äußerte sich auch der Chef des außenpolitischen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Konstatin Kossatschjow. «Bis zur Klärung der Situation ist es besser, nicht in dieses Land zu fahren», so der Abgeordnete. Es gebe nämlich «eine Reihe kritischer Fragen» an Ankara.