Der Attentäter, der den russischen Botschafter in der Türkei ermordet hat, war offenbar Mitglied der CIA-Tarnorganisation der Gülenisten, die auch hinter dem versuchten Putsch vom Juli stecken soll.

Von Marco Maier

Der 22-jährige Mevlüt Mert Altıntaş, der früher bei der Bereitschaftspolizei von Ankara gearbeitet haben soll und nach dem Putschversuch am 15. Juli wegen angeblichen Verbindungen zur Gülen-Organisation aus dem Polizeidienst entlassen wurde, ist offenbar der Attentäter, der den russischen Botschafter Andrej Karlow während der Einweihung einer russischen Fotoausstellung in der Galerie für moderne Kunst in Ankara erschoss und mindestens drei weitere Personen verletzte. Inzwischen nahm die türkische Polizei Medienberichten zufolge die Mutter und die Schwester des Täters fest.

 

Präsident Putin kondolierte laut Sputnik den Angehörigen des russischen Botschafters und telefonierte auch mit seinem türkischen Amtskollegen. Weiters sagte der russische Staatschef, dass dieser Mord eine Provokation sei, um die Beziehungen zur Türkei und eine Lösung des Syrien-Konflikts zu torpedieren. Laut RIA Novosti ist der türkische Außenminister, Mevlut Cavusoglu, bereits in Moskau eingetroffen um an Verhandlungen mit seinen Amtskollegen aus Russland und dem Iran bezüglich Syrien teilzunehmen.

Besonders perfide wirkt das Angebot von US-Außenminister Kerry an die Türkei. «Wir sind bereit, Russland und der Türkei bei der Aufklärung dieses abscheulichen Angriffs unsere Hilfe anzubieten», so Kerry. Das Attentat sei zudem ein Angriff auf das Recht aller Diplomaten, die Interessen ihrer Länder in der ganzen Welt vertreten zu können, betonte der US-Spitzendiplomat. Doch andererseits gilt die Gülen-Organisation als von der CIA gelenkt. Diese hat ein großes Interesse daran, die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland wieder zu verschlechtern, um die Führung in Ankara wieder auf NATO-Kurs zu bringen.

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