In eine politische Diskussion mit gegenseitigen Beschuldigungen nach dem Anschlag auf den Weihnachtmarkt in Berlin einzutreten sei das Schlimmste, was jetzt passieren könne, sagt der Terrorexperte Rolf Tophoven im Sputnik-Interview.

Weihnachtsmärkte könne man nie hundertprozentig schützen, erklärt der Direktor des Instituts für Krisenprävention (IFTUS). Terrorismus von heute arbeite flexibel und sehr innovativ. Wenn man nicht mit einem Lkw auf den Markt gekommen wäre, wären sicherlich andere Möglichkeiten seitens der Terroristen oder des Täters gegeben gewesen, dort ein Blutbad anzurichten. Im Nachhinein sei man immer klüger, so Tophoven, und im Nachhinein geschehe immer das, was nur den Terroristen in die Hände spiele. Es beginne eine gegenseitige politische Beschuldigungsorgie, dass der eine dem anderen oder der Polizei vorwerfe, der Markt sei nicht genügend geschützt gewesen. Tophoven halte eine solche Diskussion für kontraproduktiv.

 

In Bezug auf den Kommentar des AfD-Politikers Marcus Pretzell, bei den Toten von Berlin handele es sich um Merkels Tote, betont Tophoven:

„Das Schlimmste was jetzt passieren kann, ist in eine politische Diskussion mit gegenseitigen Beschuldigungen einzutreten, um jetzt die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin mit den Toten von Berlin in Verbindung zu bringen. Das würde den Hintermännern des Terrors weiter in die Hände spielen.“ Eine hundertprozentige Sicherheit könne man nicht auf Weihnachtsmärkten oder anderen Großveranstaltungen herstellen. Der Terrorexperte erklärt: „Man kann sicher hier und da die Polizeipräsenz erhöhen. Man kann auch Poller und Blockaden vor den Zugängen zum Weihnachtsmarkt aufbauen. Das schreckt sicherlich partiell einen möglichen Täter ab. Aber hundertprozentige Sicherheit kann man auf einem Weihnachtsmarkt, wie auch in anderen Objekten der Großstädte, nie herstellt.

 

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