Bereits vor dem Sieg Donald Trumps hat die demokratische US-Administration viel getan, um dem künftigen US-Präsidenten die Abschaffung der antirussischen Sanktionen zu erschweren, schreibt die Zeitung „RBC daily“ am Freitag.

 

Ein Plakat mit Donald Trump und Wladimir Putin in Danilowgrad, Montenegro

 

Die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, die zuletzt von der Administration von Barack Obama beschlossen wurde, hängt mit den Befürchtungen vor starken Veränderungen unter dem unvorhersehbaren Präsidenten Donald Trump zusammen. Allerdings ist es gut möglich, dass sich gerade diejenigen fürchten sollten, die optimistische Pläne in Bezug auf den neuen US-Präsidenten haben.

 

Donald Trump, der Positionen eines harten nationalen Egoismus vertritt und die Interessen der anderen missachtet, hat jedoch große Sympathien in Russland gewonnen, besonders unter denjenigen, die den außenpolitischen Kurs der USA wegen des groben gewaltsamen Drucks und der Vernachlässigung der Positionen der internationalen Organisationen kritisierte.

 

Die Trump-Manie, die die russischen Regierungskreise erfasste, lässt auf schnelle Veränderungen in den russisch-amerikanischen Beziehungen hoffen. Es wird sogar vermutet, dass die Sanktionen aufgehoben und die Staatschefs beider Länder gute Freunde werden.

 

Indes ist bislang nur bekannt, dass Trump absolut unberechenbar ist, insbesondere in Bezug auf den außenpolitischen Kurs. Diese Unberechenbarkeit löst Befürchtungen und sogar apokalyptische Ängste unter denjenigen aus, die die internationale Politik als relativ stabiles System betrachten.

 

Die Argumente für ein baldiges Tauwetter in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington ruhen auf mehreren Säulen. Trump kritisierte während seines Wahlkampfes mehrmals die Außenpolitik der Obama-Administration und machte sogar deutlich, dass die Konfrontation mit Russland gestoppt werden sollte.

 

Als Player außerhalb des Systems wird der neue US-Präsident als potentieller Verbündeter anderer Akteure wahrgenommen, die gegenüber dem westlichen System feindlich gestimmt sind. Daraus ergeben sich wohl Vergleiche zwischen Donald Trump und Wladimir Putin. Demnach kritisiert Trump das US-Establishment für dieselben Dinge wie Wladimir Putin, was ihre unvermeidliche Annäherung bedeuten soll. Darüber hinaus meinen außenpolitische Experten in Russland, dass es für den Kreml seit Sowjetzeiten immer einfacher war, sich mit den pragmatischen Republikanern als mit den Demokraten zu einigen.

 

Die Argumente der Skeptiker ruhen in vielerlei Hinsicht auf vorhandenen Informationen und können deshalb optimistische Stimmungen eindämmen. Die Republikaner kritisierten Obama vor allem wegen seiner Weichheit im außenpolitischen Kurs, darunter wegen der Unfähigkeit, Russland seinen Platz zuzuweisen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Trump diesem harten antirussischen Kurs völlig folgen wird. Doch es liegt auf der Hand, dass Befürworter eines solches Kurses in seinem Umfeld vertreten sind und ein neuer US-Präsident sie kaum völlig ignorieren kann.

 

Darüber hinaus wird sich Trump vor allem nach den Interessen seines Landes richten. Das Motto „Make America great again“ sieht kaum schwierige außenpolitische Kombinationen und Zugeständnisse vor, darunter eine unbegründete Abschaffung der Sanktionen gegen Russland, das im Massenbewusstsein als eine der größten Bedrohungen für die USA präsent ist.

 

Zudem kann kaum mit irgendwelchen besonderen persönlichen Beziehungen mit dem neuen US-Präsidenten gerechnet werden. Alles, was man über Trump weiß, ist, dass er ein harter und zynischer Geschäftsmann ist, der nichts zum Nachteil seines Gewinns aufgeben und dabei kaum Partner bzw. persönliche Beziehungen berücksichtigen wird. Jede Sympathien wird er nur für ein Ziel nutzen – den Konkurrenten zu besiegen. Im ziemlich einfachen Weltbild Trumps gilt Russland eher als potentieller Rivale als Verbündeter.

 

Allerdings hat Trump bereits etwas gegenüber Russland getan, ohne besondere Anstrengungen zu unternehmen: Er gewann die Zuneigung der russischen Führung und der öffentlichen Meinung. Diese Reserve wird er natürlich nutzen – nach seinem Ermessen und ausschließlich für sich selbst.

 

Quelle: Sputnik

 

 

 

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