Die polnische Gemeinde im westukrainischen Lwiw (Lemberg) hat von der zentralen Regierung in Kiew wirtschaftliche Autonomie gefordert. Nach Angaben lokaler Medien strebt die Region eine ökonomische Integration in Polen an.

 

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Auf einem Forum in Lwiw verabschiedete die Gemeinde eine Resolution mit der Forderung an Kiew, Lwiw das Recht auf selbstständige Wirtschaftspolitik zu gewähren, damit es Beziehungen zu Polen aufbauen könne, wie die Onlinezeitung „Uapress“ berichtet.

 

Der Chef der polnischen Gemeinde Lwiw, Sergej Lukjanenko, sagte zur Begründung, der wirtschaftliche Rückstand westukrainischer Gebiete hinter den polnischen Grenzregionen betrage etwa 50 Jahre. Anders als andere Regionen habe Lwiw noch Chancen, und diese lägen in Polen, so Lukjanenko. Eine Einmischung der Kiewer Regierung in diese Zusammenarbeit hält er für „überflüssig“.

 

Der polnische Historiker und Sejm-Abgeordnete Jan Żaryn (PiS), der am Forum teilnahm, äußerte seinerseits, Polen sollte seinen Landsleuten in Ostgalizien (heute Westukraine) entgegenkommen. Nach seiner Einschätzung ist Lwiw Polen immer treu gewesen. Im Osten der Ukraine hat die Forderung nach mehr Selbständigkeit und nach Erhalten der wirtschaftlichen Beziehungen zum Nachbarn Russland einen bewaffneten Konflikt ausgelöst.

 

Im Frühjahr 2014 schickte Kiew Truppen in die östlichen, von Russischstämmigen dominierten Regionen Donezk und Lugansk (beide im Donezbecken), weil diese mehr Selbständigkeit gefordert hatten.

 

Bei Gefechten zwischen der regulären Armee und nationalistischen Freiwilligenbataillonen auf der einen Seite und den lokalen Volksmilizen auf der anderen sind laut UN-Angaben vom September 2016 mehr als 9.000 Menschen getötet worden. Rund 1,5 Millionen Zivilisten flüchteten vor dem Krieg teils ins benachbarte Russland, teils in die zentrale und westliche Ukraine.

 

Im Juni dieses Jahres forderte die rumänische Minderheit in der Ukraine Autonomierechte.

 

 

 

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