Seit März regelt das EU-Türkei-Abkommen, dass die Türkei im Tausch gegen drei Milliarden Euro so weit wie möglich verhindert, dass neue Flüchtlinge in Richtung der Europäischen Union  aufbrechen und diejenigen Flüchtlinge, die aus der Türkei über die Ägäis auf die griechische Inseln übersetzen, zurückgeschickt werden.

 

„Obwohl das Abkommen  zwischen der Türkei und der EU in Kraft getreten ist, ist die Zahl der Flüchtlinge, die Europa erreicht haben und im Rahmen dieses Deals in die Türkei zurückgeschickt wurden, sehr niedrig“, so Görendağ. Viel höher sei hier im Vergleich dazu die Zahl derjenigen Migranten, die auf eine illegale Art und Weise in die EU gekommen seien. 2015 seien insgesamt eine Million Flüchtlinge in die Europäische Union eingereist, wobei es für das laufende Jahr noch keine Angaben gebe.  „Indessen hat sich dieser Prozess im Jahr 2016 aber fortgesetzt, obwohl seine Intensität im Vergleich zum Vorjahr etwas nachgelassen hat“, betont der Experte.

Im Grunde handle es sich um ein Update  der Migration, bei dem sich lediglich die Routen verändert haben.

 

„Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei hat nur die Route der Flüchtlinge verändert, die sich nun nicht an der ägäischen Küste konzentrieren, sondern vor allem über das Mittelmeer kommen“, erklärt der Menschenrechtler. Jeden Tag würden dort bei Schiffbrüchen Menschen ums Leben kommen. Leider sei die Aufmerksamkeit der westlichen Medien derzeit jedoch auf andere Dinge gelenkt. Zuvor hatte die EU-Grenzschutzagentur Frontex laut Informationen der Zeitung „Financial Times“ in einem internen Bericht Nichtregierungsorganisationen (NROs) Absprachen mit Schleppern von Flüchtlingen vorgeworfen.

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