Der Berliner Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt, der nach bisherigen Erkenntnissen von einem jungen Tunesier verübt wurde, bringt das nordafrikanische Land schlagartig wieder zurück ins Rampenlicht.

In den letzten Jahren war Tunesien von westlichen Medien als Erfolgsmodell der Demokratisierung bezeichnet worden – immerhin begann hier sogar der vom Westen geschürte „Arabische Frühling“.

Doch inzwischen hat Ernüchterung Platz gegriffen. Tunesien ist nicht etwa ein demokratisches Erfolgsmodell, sondern hat sich im Windschatten noch schlimmerer Krisenschauplätze zu einem weiteren „Hot spot“ des Terrors entwickelt.

Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit, die Radikalisierung und Extremismus begünstigt, ist seit dem „Arabischen Frühling“ noch größer geworden. Es kursiert der zynische Spruch, der Dschihadismus sei die lebenslange Jobgarantie – bis zum Selbstmordattentat.

Die schlechte Wirtschaftslage wurde für viele junge Tunesier seit dem „Arabischen Frühling“ noch aussichtsloser. Etliche suchen Jobs im Ausland – oder ziehen in den Krisenländern der islamischen Welt in den Dschihad. Einer Studie zufolge sind nur 24 Prozent der 18- bis 24-jährigen Tunesier der Meinung, die Region habe von den Aufständen profitiert.

Erst dieser Tage machte das nordafrikanische Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern Schlagzeilen, weil es zu Demonstrationen gegen die mögliche Rückkehr von Extremisten und Gewalttätern kam, die im Zuge der „Flüchtlings“-Katastrophe nach Europa gelangt sind. In ihrer Heimat will man sie offenbar nicht.

Quelle: Zuerst!

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