Der erste chinesische Flugzeugträger ist jüngst in Begleitung von weiteren fünf Schiffen an Japan vorbei in den Stillen Ozean gefahren und hat dadurch für großes Aufsehen gesorgt, schrieb die «Nesawissimaja Gaseta» am Dienstag.

 

Laut der Nachrichtenagentur UPI demonstriert Peking damit seine militärische Stärke. Denn der Flugzeugträger „Liaoning“ hat sich zum ersten Mal in der Nähe der japanischen Inseln Okinawa und Miyako sehen lassen. Tokio schickte ein Patrouillenflugzeug los, um den chinesischen Schiffsverband zu verfolgen. Die chinesische Militärzeitung „People’s Liberation Army Daily“ behauptet jedoch, es handele sich lediglich um eine planmäßige Übung.

 

Egal wie, aber die „Liaoning“ hat sich inzwischen in eine Schule für Piloten und Seeleute für künftige Flugzeugträger verwandelt, die derzeit gebaut bzw. entwickelt werden. Vor einem Jahr hatte das chinesische Verteidigungsministerium die Absicht zum Bau des zweiten solchen Schiffes bestätigt. Und laut einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums könnte die Volksrepublik in 15 Jahren eine „wesentliche Zahl“ von Flugzeugträgern bauen.

 


Peking hatte einen sowjetischen Flugzeugträger, der damals nicht fertiggebaut worden war, im Jahr 1998 bei der Ukraine gekauft. Damals wurde in den Medien viel über seine Perspektiven spekuliert. Es wurde unter anderem behauptet, daraus könnte ein schwimmendes Hotel oder ein schwimmendes Casino gemacht werden.

 

 

 

Wassili Kaschin vom russischen Institut für Orientalistik verwies allerdings darauf, dass Peking sich mit der Entwicklung seiner künftigen Flugzeugträgerflotte „sehr gründlich“ befasse. Dieses Programm sei durchaus mit dem Weltraumforschungsprogramm vergleichbar. „Dafür werden nur die allerbesten Piloten ausgewählt“, so der Experte.

Die jüngste Aktion der „Liaoning“ belastet die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen der Volksrepublik und Taiwan zusätzlich. Vor wenigen Tagen waren auch mehrere chinesische Bomber an der abtrünnigen Insel vorbeigeflogen. Könnte Peking etwa einen Militäreinsatz gegen Taiwan vorbereiten, das es als eine seiner Provinzen betrachtet? Das ist keine müßige Frage, denn der designierte US-Präsident Donald Trump hatte unlängst das „Ein-China-Prinzip“ infrage gestellt, das bis zuletzt für den Status quo in der Formosastraße sorgte.

Laut Gesetz müssen die USA Taiwan nicht gegen eine chinesische Invasion verteidigen. Allerdings verpflichtete sich Washington, Taipeh mit Waffen zu versorgen. Der scheidende Präsident, Barack Obama, nickte vor einigen Tagen den Militäretat ab, in dem auch die Finanzierung des militärischen Zusammenwirkens mit Taiwan vorgesehen wird. Peking erhob gegenüber Washington prompt Protest dagegen.

In Taipeh ist man darüber sehr beunruhigt. „Wir wollen keine Wechselmünze im Spiel zwischen Washington und Peking sein“, sagte ein taiwanesischer Diplomat gegenüber der «Nesawissimaja Gaseta».

Quelle: Sputnik

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