Die Ermittler im Fall des mutmaßlichen Berlin-Attentäters Anis Amri haben eine niederländische Sim-Karte im Rucksack des gebürtigen Tunesiers gefunden, berichtet die Nachrichtenagentur Sputnik unter Berufung auf die  dpa.

Die gefundene Sim-Karte soll aus einem Bestand stammen, der vom 20. bis zum 22. Dezember laut der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ in den niederländischen Städten Zwolle, Breda und Nimwegen in Kaufhäusern verteilt wurde.

Noch sei allerdings unklar, ob Amri auf seiner Flucht über Frankreich nach Italien auch in den Niederlanden Halt gemacht hatte oder wie er sonst an die Sim-Karte gekommen war. Von der Bundesanwaltschaft gab es auf Anfrage der Agentur bislang keine Stellungnahme dazu.

Am 19. Dezember war ein Lkw in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Zentrum Berlins gerast. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben, 48 wurden verletzt. Die deutschen Behörden stuften das Attentat als Terroranschlag ein. Die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat», IS) bekannte sich zu der Tat. Der mutmaßliche Täter, der 24-jährige Tunesier Anis Amri, wurde zur Fahndung ausgeschrieben.

 

Am 23. Dezember wurde Amri bei einem Schusswechsel mit der Polizei in einem Vorort von Mailand in Italien erschossen. Laut dpa befindet sich die Leiche des mutmaßlichen Attentäters noch in der Gerichtsmedizin in Mailand, da die Obduktion noch nicht abgeschlossen sei.

Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) war der Tunesier im Juli 2015 nach Deutschland eingereist. Seit Februar des laufenden Jahres soll er seinen Lebensmittelpunkt überwiegend in Berlin gehabt haben. Die Opposition im NRW-Landtag wirft den Behörden schwere Fehler bei der Überwachung des als Gefährder eingestuften Tunesiers in Nordrhein-Westfalen vor.