Moskau will den Dialog mit den G20-, BRICS- und SOZ-Staaten intensivieren, anstatt mit den „an einem Anti-Russland-Syndrom“ leidenden G7-Ländern zusammenzuarbeiten, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow im Interview mit RIA Nowosti sagte.

„Nicht Russland, sondern unsere Kollegen haben die G8-Gruppe verlassen“, so Lawrow.

Das G8-Format sei zuvor ein sehr nützliches Dialogforum gewesen, aber die Zeiten änderten sich. Nun benötige Russland keinen Raum mehr in dieser Gruppe, weil sie ihre internationale Bedeutung verloren hätte und dem Tempo der sich rasant ändernden Welt nicht nachkommen könne. Es gebe neue einflussreiche Machtzentren, „ohne die globale und regionale Probleme nicht effektiv gelöst werden können“.

Außerdem seien viele Mitglieder des informellen G7-Klubs an einem „Anti-Russland-Syndrom“ erkrankt. In einigen internationalen Finanzinstitutionen, darunter sogar in der Weltbank, blockieren die G7-Teilnehmer Lawrow zufolge alle Projekte auf dem Territorium Russlands
In diesem Zusammenhang sei es für Russland viel aussichtsreicher, den Dialog mit den führenden Staaten, unter anderem auch westlichen, im Rahmen anderer effektiverer Plattformen zu intensivieren. Als Beispiel dafür führte Lawrow die G20-Gruppe an, die sowohl Industriestaaten als auch Länder mit sich noch formierenden Märkten vereinige. Das letzte Gipfeltreffen der G20 im chinesischen Hangzhou habe Effektivität bewiesen.

Auch die Zusammenarbeit mit den BRICS- und SOZ-Staaten sei von großer Bedeutung. „Wir sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit Partnern dieser Organisationen mit Rücksicht auf das internationale Recht und die UN-Charta nicht nur den grundlegenden Interessen unserer Völker entspricht, sondern auch zur Festigung der positiven und gemeinsamen Prinzipien bei Welt- und Regionalfragen beiträgt“, so Lawrow abschließend.