Die von den Terroristen kontrollierte nordsyrische Stadt Al-Bab kann in wenigen Tagen befreit werden, wie Taha Atraç, Abteilungskommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA), am Donnerstag gegenüber Sputnik Türkiye sagte. Allerdings müsse wegen der Zivilisten in der Stadt äußerst vorsichtig vorgegangen werden.

Da sich in dem besagten Gebiet viele Zivilisten befinden, wird die Operation laut Atraç mit besonderer Vorsicht durchgeführt. Die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS — in Russland verboten) erlaube jenen nicht, die Stadt zu verlassen, und nutzen sie als lebendige Schutzschilder. „Deswegen können wir keine Schläge gegen die Terroristen-Stellungen führen und müssen vorsichtig agieren. Wir setzen uns zum Ziel, die Zivilisten nicht zu verletzen. Hätten sich in der Stadt keine Zivilisten befunden, wäre Al-Bab schon seit Langem befreit. Wir hoffen doch, die Stadt in wenigen Tagen unter unsere Kontrolle zu bringen“, betonte FSA-Kommandeur. Bei der Operation zur Befreiung von Al-Bab sind ihm zufolge rund 1.500 Angehörige der FSA sowie türkische Spezialeinheiten eingesetzt. „Bei den Kämpfen erleiden sowohl der Daesh als auch die Freie Syrische Armee Verluste. Die des Daesh sind aber viel größer. Die Gefechte im Norden von Al-Bab gehen mittlerweile weiter. Die türkische Artillerie und die FSA führen intensive Schläge gegen die Daesh-Stellungen. In den vergangenen drei Tagen haben aber die türkischen Kampfjets wegen starken Regens und Nebels die Dschihadisten-Stellungen nicht aktiv bombardieren können“, so Atraç.

Laut dem Kommandeur soll der Sturm auf die nordsyrische Stadt von drei Richtungen aus erfolgen – vom Norden, Osten und dem Westen – während der südliche Zugang abgeriegelt werden soll, da von dort aus der Daesh mit zusätzlichen Kräften aus Rakka verstärkt würde.

Die schweren Gefechte um Al-Bab dauern bereits seit mehreren Wochen an. Die türkischen Soldaten versuchen zusammen mit der Freien Syrischen Armee (FSA) die Stadt zu umzingeln. Zum aktuellen Zeitpunkt haben beide Seiten große Verluste jeweils bei ihrem Gegner gemeldet. So berichteten die türkischen Militärs von Hunderten vernichteten IS-Terroristen, während die Terrormiliz erklärte, dass ihre Kämpfer zehn türkische Panzer vom Typ Leopard angeschossen hätten.

Die Armee der Türkei hatte am 24. August ihre Operation „Schutzschild Euphrat“ gegen den IS gestartet. Laut dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht es um die „Säuberung“ eines insgesamt 5.000 Quadratkilometer großen Territoriums, um dort eine Sicherheitszone für die Flüchtlingsrückkehr einzurichten. Damaskus verurteilte Ankaras Aktivitäten und stufte den Einmarsch türkischer Truppen in Syrien als Verletzung der Souveränität des Landes ein.