Mit seiner Entscheidung, keine US-amerikanischen Diplomaten als Antwort auf das Handeln von Washington auszuweisen, hat der russische Präsident Wladimir Putin ein Meisterstück gegenüber dem Weißen Haus geliefert, wie die amerikanische Zeitschrift „Foreign Policy“ schreibt.

Das sei ein Meisterstück der Nicht-Vergeltung. „Taktisch war es ein Triumph“, schreibt das Blatt.

„Das ist ein sehr kluger Schachzug“, zitiert es den russischen Politologen Fjodor Lukijanow. Dies demütige den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama sogar mehr. Die Entscheidung des russischen Staatschefs beweise demnach, dass er gute Beziehungen zur Administration des neu gewählten US-Präsidenten plane. Viele Wirtschaftler zweifeln bereits nicht mehr daran, dass 2017 die Russland-Sanktionen teilweise aufgehoben würden.

Damit reagiert das Blatt auf die jüngste Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, keine US-amerikanischen Diplomaten auszuweisen.

Der scheidende Präsident Barack Obama hatte neue Sanktionen gegen mehrere russische Unternehmen verhängt und 35 russische Diplomaten zu Persona non grata erklärt. Sie hätten die USA binnen 72 Stunden zu verlassen, hieß es am Freitag in Washington.

Darüber hinaus haben die USA zwei russische Niederlassungen in New York und Maryland geschlossen und gegen neun russische Organisationen und Privatpersonen Sanktionen verhängt. Betroffen sind unter anderem der militärische Nachrichtendienst GRU und der Inlandsgeheimdienst FSB. Die USA machen beide für Hackerangriffe auf Computer politischer Organisationen verantwortlich. Russland bestreitet das. Der Kreml und das russische Außenministerium kündigten eine «angemessene Reaktion nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit» an, betonten jedoch, dass die endgültige Entscheidung dem Staatschef überlassen sei.