Als Reaktion auf angebliche und durch nichts bewiesene russische Hacker-Angriffe während des US-Wahlkampfs ließ der aus dem Amt scheidende US-Präsident Barack Obama am Donnerstag 35 russische Diplomaten aus den USA ausweisen und zwei Gebäude schließen, die von russischen Nachrichtendiensten zu Spionagezwecken genutzt worden sein sollen, schreibt das Magazin Zuerst! aus Berlin.

Der Kreml läßt die von der scheidenden US-Administration als Beitrag zur Eskalation beabsichtigte Maßnahme allerdings völlig ins Leere laufen – und verzichtete auf Gegenmaßnahmen. Stattdessen erklärte der russische Präsident Putin am Freitag „Wir werden uns nicht auf dieses ‚Küchen‘-Niveau unverantwortlicher Diplomatie hinabbegeben.“ Und weiter: „Auch wenn wir das Recht auf Vergeltung haben, werden wir unsere nächsten Schritte planen, um die Verbindung zwischen Rußland und den USA wiederherzustellen, und zwar basierend auf der Vorgehensweise der Trump-Administration.“


Unter Experten rief die russische Nicht-Reaktion viel Lob hervor. Michael Kofman, Wissenschaftler und Experte für russische und eurasische Gelegenheiten am unabhängigen Wilson Center in Washington, kommentierte: „Das ist ehrlich gesagt die schädlichste und peinlichste Antwort, die die Vereinigten Staaten bekommen konnten.“ Und: „Es ist ziemlich eindeutig, daß sowohl Obamas Regierung als auch der Kongress versuchen, Donald Trump in Sachen russische Angelegenheiten einzuschränken. Aber anstatt mit vorhersehbaren Gegenmaßnahmen auf Obamas neueste Salve zu reagieren, haben die Russen sich dazu entschieden, es zu einem nichtexistierenden Thema zu machen.“

Putins Nicht-Antwort spreche dafür, daß dieser dem neuen Präsidenten Donald Trump maximalen Freiraum verschaffen wolle, um die russisch-amerikanischen Beziehung neu aufzubauen. „Und das“, so Kofman, „ist das wichtigere Spiel, das Moskau im Jahr 2017 spielen wird.“

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